Iwanow sieht Partnerschaft mit NATO gefährdet

8. April 2004, 17:00
posten

Russischer Außenminister vor Besuch des NATO-Generalsekretärs Scheffer in Moskau: "Wir werden gedrängt"

Moskau - Der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow hat unmittelbar vor dem ersten Moskau-Besuch des neuen NATO-Generalsekretärs Jaap de Hoop Scheffer die Partnerschaft mit der Allianz in Frage gestellt. "Wir werden gedrängt, den Aufbau einer militärischen Infrastruktur in uns angrenzenden Staaten nicht zur Kenntnis zu nehmen, die den Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa nicht unterzeichnet haben", sagte er laut einer Meldung der Moskauer Nachrichtenagentur Interfax zum Abschluss seines Washington-Besuchs am Mittwoch. "Nein, eine solche Partnerschaft kann es nicht geben."

Grauzone

Scheffer wurde am Mittwochabend in Moskau erwartet. Sein Besuch kommt wenige Tage nach der Aufnahme sieben neuer NATO-Mitglieder, von denen die drei baltischen Staaten und Slowenien den Vertrag über Konventionelle Streitkräfte nicht unterzeichnet haben. In einem Gastbeitrag für die Mittwochausgabe der "New York Times" schrieb Iwanow, die Allianz habe damit eine Grauzone geschaffen, die es ihr erlauben könne, nach Belieben schwere Waffen in ihrem Bündnisgebiet zu stationieren. Die Gespräche zur Beilegung von Differenzen zwischen Russland und NATO würden von der "überstürzten Erweiterung" gefährdet. "Russland würde gerne eine Partnerschaft mit dem Westen haben, insbesondere den Vereinigten Staaten. Aber wir sollen uns blind gegen ungünstige Entwicklungen in der Welt stellen", kritisierte Iwanow. (APA/AP)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Russlands Außenminister Iwanow.

Share if you care.