1860 wehrt sich gegen Trainer-Debatte

14. April 2004, 12:08
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Ex-Löwen-Dompteur Lorant wäre zur Rettung der abstiegsgefährdeten Münchner bereit - Präsident Auer winkt ab

München - Werner Lorant, der frühere Trainer des TSV 1860 München, hat sich als "Feuerwehrmann" für den abstiegsbedrohten deutschen Fußball-Bundesligisten angeboten. "Wenn die Löwen mich brauchen, bin ich sofort da", sagte der 55-Jährige der "Abendzeitung" (Mittwoch-Ausgabe). Lorant, der die "Löwen" neun Jahre lang trainiert hatte, hängt offenbar immer noch an den "Blauen": "1860 ist mein Verein, und ich kann nicht sehen, wie der womöglich abstürzt".

Lorant: "Ich bin noch nie abgestiegen"

Zurzeit arbeitet Lorant für den südkoreanischen Profi-Verein FC Incheon. In seinen bis November 2005 datierten Vertrag habe er sich extra "eine Ausstiegsklausel für die Bundesliga" schreiben lassen, ließ der ehemalige Sechziger-Coach wissen. Außerdem richtete er noch ein persönliches Empfehlungsschreiben an die Adresse der Münchner "Österreicher-Filiale" (Stranzl, Cerny, Pürk, Weissenberger): "Ich bin noch nie abgestiegen - und das wird auch so bleiben."

Vorerst will der Verein Lorants Angebot jedoch nicht annehmen. Der neue Präsident Karl Auer hält am aktuellen Trainer fest: "Falko Götz hat mein Vertrauen. Eine öffentlich geführte Trainerdebatte ist nicht gut für uns." Außerdem hätten 60 Prozent der Trainer-Wechsel im Bundesliga-Abstiegskampf nicht zum ersehnten Klassenerhalt geführt, sagte der 1860-Boss in der "Abendzeitung".

"Gedanken über Lorant"

Zwar gab der Wildmoser-Nachfolger zu, sich "auch Gedanken über Lorant gemacht zu haben", doch Auer wies darauf hin: "Erst waren alle froh, dass Lorant weg ist - und jetzt soll er uns retten? Ich weiß nicht." Lorant war im Oktober 2001 nach einer 1:5-Derby-Pleite gegen den FC Bayern entlassen und durch seinen damaligen Wiener Assistenten Peter Pacult ersetzt worden. Derzeit ist 1860 Tabellenzwölfter. (APA/dpa)

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