Menschenrechtsaktivisten fordern Verhaftung Roter Khmer

8. April 2004, 19:56
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Ehemalige kambodschanische Regime-Chefs sollen angeklagt werden

Phnom Penh - Zahlreiche kambodschanische Menschenrechtsaktivisten haben am Mittwoch die Verhaftung ranghoher früherer Verantwortlicher des Roten-Khmer-Regimes gefordert. In einer Petition an einen Staatsanwalt beantragten sie, den früheren Pol-Pot-Stellvertreter Nuon Chea, Außenminister Ieng Sary und Staatschef Khieu Samphan zu inhaftieren, wie der oppositionelle Abgeordnete Son Chhay mitteilte. Er gehört ebenfalls zu den Unterzeichnern der Petition.

Tribunal

Die Beschwerde wurde bei einem Appellationsgericht eingereicht, die Staatsanwalt muss noch über ihre Annahme entscheiden. Den drei Betroffenen steht ein Prozess wegen Völkermordes bevor. Nach Aussage Son Chhays ist die Staatsanwaltschaft zu einer Strafverfolgung verpflichtet: "Wir fragen uns, wie ein Prozess zu Stande kommen kann, ohne diese Leute zu verhaften", sagte Son Chhay. Andere Verantwortliche der Khmer säßen bereits seit fünf Jahren in Haft. Sie sollen vor ein von der UN unterstütztes Tribunal gestellt werden.

Im Juni vergangenen Jahres hatte Kambodscha mit der UN vereinbart, frühere Regime-Köpfe vor Gericht zu stellen. Sie sollen wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt werden. Khieu Samphan und Nuon Chea hatten zum Jahreswechsel den Völkermord erstmals teilweise zugegeben. (APA/AP)

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