Wien: "T-B A2" vor Eröffnung

13. April 2004, 12:05
posten

Privatstiftung Thyssen-Bornemisza eröffnet Ausstellungsraum mit hohem Prominenz-Faktor

Wien - Die im Jahr 2002 unter dem Vorsitz von Francesca von Habsburg gegründete Privatstiftung Thyssen-Bornemisza Art Contemporary (T-B A21) eröffnet am 20. April in der Wiener Innenstadt in der Himmelpfortgasse 13 einen Ausstellungsraum. T-B A21 hat sich auf das Sammeln und Fördern von Kunst des 21. Jahrhunderts mit einem Schwerpunkt auf neuer Medienkunst spezialisiert, wurde in einer Aussendung erläutert. Als Eröffnungs-Schau werden im "Space in Progress" unter dem Titel "Walking thru'" bis 26. Juni Arbeiten der kanadischen Künstlerin Janet Cardiff gezeigt.

Viele Namen

Die Sammlung von T-B A21 enthält Film, Fotografie, Performance Art, Video sowie Licht-, Ton- und medienübergreifende Installationen. Vertreten sind u.a. Arbeiten von Darren Almond, Doug Aitken, Kutlug Ataman, Lois Renner, Pipilotti Rist, Cindy Sherman, Salla Tykkä, Thomas Struth oder Bill Viola. Teile der der Sammlung waren als Leihgaben u.a. im Rahmen der Biennalen von Venedig und Sao Paolo, in der Reina Sofia (Madrid), der National Gallery (London), im Kunsthaus Graz oder dem Museum der Moderne Salzburg zu sehen.

Unterstützt wird T-B A21 von einem Beirat, dem namhafte Persönlichkeiten aus dem Kunstbereich angehören. Im Kuratorium sitzen unter dem Vorsitz von Francesca von Habsburg Norman Rosenthal (Royal Academy, London), Peter Weibel (ZKM Karlsruhe), Simon de Pury (Auktionshaus Phillips, de Pury & Luxembourg), der Kurator Benjamin Weil, der Filmproduzent Joni Sightvatsson und die beiden Künstler Olafur Eliasson und Brian Clarke.

Weiter Aktivitätsradius

Zu den Fördermaßnahmen der Stiftung zählen - neben der Präsentationsplattform jenseits des kommerzialisierten Galeriebetriebs und institutionellen Umfelds eines Museums oder einer Kunsthalle - der Ankauf richtungsweisender Werke sowohl etablierter als auch jüngerer Künstler, die Beauftragung ortsspezifischer Kunstprojekte, die Etablierung eines Artist-in-Residence-Programms, die Entwicklung spezifischer Vermittlungsprogramme und die Publikation einer Künstlerbuchedition.

Die Aktivitäten der Stiftung sollen zusätzlich zum permanenten Sitz in der Wiener Innenstadt auch andere Schauplätze, Städte und Institutionen umfassen. So wird eine Arbeit von Janet Cardiff, "The Forty Part Motet", in Zusammenarbeit mit der Akademie der bildenden Künste Wien von 21. April bis 12. Mai im Atelierhaus (Semperdepot) der Akademie gezeigt.

Janet Cardiff untersucht in ihren Gattungsgrenzen überschreitenden Audio- und Videoarbeiten die audiovisuelle Wahrnehmung und Illusion des Betrachters. Zur Ausstellung erscheint das Künstlerbuch "The Walk Book" mit beiliegender CD über die legendären "Walks" der 1957 geborenen Künstlerin, das im Juni im Space in Progress präsentiert wird.

Weiters geplant sind Einzelausstellungen von Salven Tolj (Kroatien), Olaf Nicolai (Deutschland), Candice Breitz (Südafrika) und Matthwe Ritchie sowie gemeinsame Projekte u.a. mit Julian Rosefeldt, Kultug Ataman, Darren Almond und Olafur Eliasson.

Mit T-B A21 setzt Francesca von Habsburg die Tradition der Kunstförderung der Familie Thyssen in der vierten Generation fort. Ihr Vater, der verstorbene Baron Hans Heinrich Thyssen-Bornemisza, hat die bedeutende Kunstsammlung der Familie mit Meisterwerken des 19. und 20. Jahrhunderts ergänzt und zu Weltruhm geführt. Sie werden heute in einem eigenen Museum, dem Museo Thyssen-Bornemisza in Madrid, präsentiert. (APA)

Share if you care.