Proteste drohen auch in Oberösterreich

8. April 2004, 09:53
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Lärmschutz entlang der Westautobahn gefordert - Pro Werktag 18.800 Schwerfahrzeuge unterwegs

Linz - Auch in Oberösterreich drohen Blockaden von Transitrouten. Der Bürgermeister von Ansfelden im Bezirk Linz-Land Walter Ernhard (S) forderte am Mittwoch einen Lärmschutz entlang der Westautobahn und will andernfalls Blockaden durchführen.

Protest am 14. April

In Krenglbach im Bezirk Wels-Land planen Bürgerinitiativen am 14. April auf der Innkreisautobahn einen so genannten "stillen Protest", der eine halbe Stunde lang dauern soll. Damit soll "weniger Lärm und reinere Luft gefordert werden.

Pro Werktag 18.800 Schwerfahrzeuge

Ansfelden reagierte mit seinen Forderungen auf eine in dieser Woche veröffentlichte Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ), wonach die meisten Lkw in Österreich auf der Westautobahn (A1) bei Haid in Oberösterreich unterwegs seien. Im Durchschnitt seien dort pro Werktag 18.800 Schwerfahrzeuge unterwegs. Das sind rund 780 in der Stunde. Auf der Westautobahn und auf der B139 würden insgesamt 134.000 Fahrzeuge täglich durch das Stadtgebiet fahren, rechnete Bürgermeister Ernhard vor und forderte in mehreren Medien, die Westautobahn sollte unter die Erde verlegt werden, ähnlich der Verkehrslösung am Bindermichl in Linz, wo "nur 60.000 Fahrzeuge täglich unterwegs seien. Die Forderung soll in einem Gespräch mit der Asfinag am 12. Mai deponiert werden. Sollte dabei keine Lösung erzielt werden, sei an Blockaden von Auf- und Abfahrten gedacht.

Geschwindigkeitsbegrenzungen

Für die Grünen in Ansfelden erklärte Obmann Manfred Pointer gegenüber der APA, es sei zwar "durchaus zu begrüßen", dass jetzt rasch reagiert werde, die Forderung einer Verlegung der Westautobahn unter die Erde sei aber "sehr unrealistisch". Der Bau könnte "frühestens in zehn Jahren fertig sein", man brauche aber jetzt dringend "vernünftige Sofortmaßnahmen", erklärte Pointner. "Eine Möglichkeit ist zum Beispiel in dem betroffenen Abschnitt eine sofortige Senkung der Geschwindigkeitsbegrenzung von derzeit 100 km/h auf 80 km/h über eine Länge von rund sieben Kilometern", forderte der Grünpolitiker. Auch die Verbesserung der bestehenden Lärmschutzwände etwa in "schallschluckende Schutzmauern" sei eine mögliche Sofortmaßnahme. Sollte es bei den Gesprächen mit der Asfinag am 12. Mai zu keiner Lösung kommen, werde man sich von Seiten der Grünen an möglichen Transitblockaden "sicher beteiligen", stellte Pointner klar.

Protest auf der A8 am 16. April

Fix ist schon ein "stiller" halbstündiger Protest auf der A8, der Innkreisautobahn, in Oberösterreich am 16. April. Zwischen 18.00 bis 18.30 Uhr soll im Gemeindegebiet von Krenglbach eine von mehreren Bürgerinitiativen organisierte Versammlung stattfinden. Beide Richtungsfahrbahnen sollen für die Dauer des Protestes gesperrt werden. Mit erheblichen Verkehrsbehinderungen ist zu rechnen. Die Veranstaltung richte sich nicht nur gegen den Lärm und die Schadstoffbelastung entlang der Autobahn, sondern auch gegen den, "von einigen Politikern geforderten", dreispurigen Ausbau der A8. Dieser würde eine weitere Verkehrsexplosion verursachen, argumentieren die Organisatoren. Sollte sich danach nichts an der Situation ändern und die Verantwortlichen der Politik keine vernünftigen Vorschläge bringen, sollen "werden weitere Proteste folgen". (APA)

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