Studie: WLan verdrängt UMTS nicht

27. April 2004, 10:38
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UMTS besser, weil flächendeckend und kostengünstiger - WLan könnte sich aber im privaten Bereich zum dominierenden Multimedianetz entwickeln

Trotz des aktuellen Booms von Hotspots für die drahtlosen Funktechnologie WLan (Wireless Lan), die kabelloses Internetsurfen über Laptop erlaubt, wird WLan die Mobilfunktechnologie UMTS nur in geringem Ausmaß kannibalisieren. Wegen der begrenzten Ausdehnung von WLan-Inseln im Vergleich zu den flächendeckenden UMTS-Netzen könne nur ein kleiner Teil des Handymarktes durch WLan abgedeckt werde, geht aus einer aktuellen Studie des Unternehmensberaters Booz Allen Hamilton hervor.

Hype wird sich legen

WLan werde zwar im privaten Bereich künftig hohe Verbreitung finden, der aktuelle Hype im Bereich öffentlicher Netze werde sich aber bald legen, glaubt Booz Allen Hamilton. "Auch wenn es einem WLan-Betreiber gelingt, durch geschickte Positionierung von Hotspots signifikante Teile der innerstädtischen Datennutzung zu erreichen, kann WLan damit dennoch nur ein bis zwei Prozent des Gesamtumsatzes in der Mobilkommunikation adressieren", glaubt der Telekomexperte von Booz Allen Hamilton, Christian Fongern. In privaten Haushalten könne sich WLan allerdings zum dominierenden privaten drahtlosen Multimedianetz entwickeln, das PC, Stereoanlage und Fernseher zu einer Multimediaeinheit verbindet.

Den Umsatz im Mobilfunkbereich in Österreich schätzt der Unternehmensberater für 2005 auf 2,8 Mrd. Euro, wovon 2,5 Mio. Euro auf Sprach- und 300 Mio. Euro auf Datendienste entfallen. Das mit Wlan adressierbare Marktvolumen betrage höchstens 45 Mio. Euro, prognostiziert Fongern.

Datendienste

Die WLan-Nutzung werde angesichts der günstigen Handy-Sprachtarife und der flächendeckenden Mobilfunkversorgung und trotz der Möglichkeit von Voice-over-IP Diensten primär auf Datendienste beschränkt bleiben, so Fongern. Die heute noch hohen UMTS-Preise würden sich künftig auf ein attraktives Niveau einpendeln, zumal die Betreiber wegen der noch wenig ausgelasteten UMTS-Netze die Preise senken würden.

Kaum Kostenvorteile

Weiters biete WLan kaum signifikante Kostenvorteile gegenüber UMTS, meint Booz Allen Hamilton. Die jährlichen Gesamtkosten für einen WLAN-Hotspot würden rund 8.200 Euro betragen, bei einer UMTS-Basisstation müsse man mit jährlichen Kosten von 9.000 bis 12.000 Euro rechnen, wobei UMTS mit deutlich größeren Zellen arbeite, die zusätzlichen Verkehr transportieren könnten. (Apa)

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    WLan Netze gibt es auch schon in Flugzeugen.

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