Mehrere tausend Teilnehmer auf der Inntal- und Tauernautobahn

8. April 2004, 09:53
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Bei Abschlussveranstaltung wurden weitere Protestaktionen angekündigt

Volders/Innsbruck/Salzburg/Zederhaus - Mehrere tausend Teilnehmer haben am Mittwochabend auf der Inntalautobahn in Tirol und auf der Tauernautobahn in Salzburg die mehrtägigen Protestaktionen gegen den Transitverkehr abgeschlossen.

Bisher größten Einzelveranstaltung

Das Transitforum Autsria/Tirol sprach von der "bisher größten Einzelveranstaltung im Alpenraum". Transitforum-Chef Fritz Gurgiser präsentierte ein so genanntes "Ostermanifest" und kündigte weitere Protestaktionen an, sollten die Transitverkehrszahlen weiter steigen.

5.000 bis 7.000 Teilnehmern

Gurgiser sprach von 5.000 bis 7.000 Teilnehmern bei der Abschlussveranstaltung am Mittwochabend bei Volders, die bis 24.00 Uhr angesetzt war. Die Einsatzleitung wollte hingegen nur 2.500 Menschen gezählt haben.

Rückstau

An der Demonstration bei der Tauernautobahn in Zederhaus (Lungau) beteiligten sich ab 18.00 Uhr dagegen nur rund 200 Teilnehmer. Die Sperre der A12 wirkte sich kaum auf den Verkehr aus. Rund einen Kilometer Rückstau gab es in beiden Richtungen, wie die Verkehrsabteilung der Gendarmerie berichtete. "Wir wollen den Ausbau der Tauernautobahn stoppen" oder "Nachtfahrverbot für Lkw" stand auf den Transparenten zu lesen. Nach einem Wortgottesdienst wurde ein Schweigemarsch gehalten.

Überlastungen auf der A12

Durch die Autobahnsperre auf der A12 kam es zu Überlastungen der Tiroler Ausweichstrecken. Der Verkehr kam nur stockend voran. Auf dem Parkplatz in Nößlach wurden rund 400 Lkw abgestellt. Im Unterland zwischen Vomp und Kramsach wurden rund 900 Schwerfahrzeuge angehalten. Sie müssen über das offizielle Ende der Veranstaltung um Mitternacht warten. Durch das in Tirol bestehende Lkw-Nachtfahrverbot bis 5.00 Uhr ist erst dann eine Weiterfahrt möglich.

Gurgiser kündigte die Gründung weiterer Anti-Transitinitiativen an. Der Protest werde flächendeckend werden, wenn die Politik weiter steigende Transitzahlen zulasse. Wie die Protestaktionen konkret weitergehen, werde "in einigen Wochen entschieden".

Forderungen

In dem an die zuständigen Politiker gerichteten Ostermanifest forderte das Transitforum u.a. für Tirol "Kurortqualität" anstatt eines "Sanierungsgebiets". Sämtliche Lkw-Fahrverbote müssten auch auf Landes- und Bundesstraßen gelten. Außerdem müsse es einen Stopp sämtlicher Ausbauforderungen der Europäischen Industrie- und Handelskammern wie Tschirgant, Fernpass oder A12 Inntalautobahn geben. Die dafür vorgesehenen Gelder seien in einem Zehn-Jahresprogramm in den öffentlichen innertirolerischen Verkehr zu investieren.

Keine neue Lkw-Transitschleudern

Weitere Ausbaumaßnahmen müssten gestoppt werden. Es dürfe "keine neuen Lkw-Transitschleudern" geben. Stattdessen müsse die Inntalautobahn sowie die Eisenbahn im gesamten Bereich hinsichtlich fehlender Lärmschutzeinrichtungen - insbesondere Kufstein, Kramsach, Münster, Vomp, Terfens/Weißlahn, Volders etc. saniert werden.

Lkw-Ausweichverkehr soll unattraktiv werden

Außerdem forderte Gurgiser einen Stopp des Baus jeder weiteren "Billig-Tankstelle" neben den Autobahnabfahrten sowie Zufahrtsbeschränkungen für diese bestehenden Tankstellen. Der Bund müsse das "Roadpricing" sanieren, damit der Lkw-Ausweichverkehr österreichweit unattraktiv werde.

Schließlich solle auch noch die Klage beim EuGH wegen Verletzung des Beitrittsvertrages beschleunigt werden. Die im Transitvertrag vereinbarte 60-prozentige Schadstoffreduktion sei nie erreicht worden. Dafür solle es eine Einstweilige Verfügung geben, forderten die Transitgegner. (APA)

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