Daimler will Mitsubishi sanieren

7. April 2004, 16:02
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Die 5,5 Miliarden Euro sollen zum Großteil über Kapitalerhöhung geholt werden

Tokio - Der Stuttgarter Autokonzern DaimlerChrysler hofft nach Angaben aus unternehmensnahen Kreisen, für die Sanierung seines angeschlagenen Partners Mitsubishi Motors 700 Mrd. Yen (5,5 Mrd. Euro) zu beschaffen. Dieser Betrag sei auf einer Sitzung vorgeschlagen worden, auf der unter Führung von DaimlerChrysler-Managern ein Entwurf für die Sanierung des japanischen Unternehmens ausgearbeitet worden sei, hieß es in den mit den Sanierungsgesprächen vertrauten Kreisen am Mittwoch in Tokio weiter.

Bereits am Wochenende hatte das Nachrichtenmagazin "Spiegel" berichtet, dass die an einem Sanierungsplan für das Unternehmen arbeitende DaimlerChrysler-Manager zu dem Schluss gekommen seien, dass Mitsubishi für den Abbau der Schulden, die Sanierung und neue Modelle 5,5 Mrd. Euro benötige. Ein DaimlerChrysler-Sprecher hatte allerdings die von dem Magazin genannte Summe als Spekulation bezeichnet.

Kapitalerhöhung

Ein großer Teil des Betrages solle durch eine Kapitalerhöhung beschafft werden, hieß es in den Kreisen in Tokio weiter. Die Mitsubishi Motors-Eigner - DaimlerChrysler und Unternehmen der Mitsubishi-Gruppe - sollten dabei neue Vorzugsaktien von Mitsubishi Motors zeichnen. Außerdem sei geplant, von der staatlichen Development Bank of Japan Kredite aufzunehmen.

Mitsubishi Motors wollte zu den Angaben keine Stellung nehmen. Das Unternehmen teilte lediglich mit, ein ausführlicher Geschäftsplan werde am 30. April vorgestellt.

Die Krise bei dem japanischen Autohersteller, an dem DaimlerChrysler einen Anteil von 37 Prozent hält, war durch die Vergabe von Autofinanzierungskrediten an die junge Kundschaft von Mitsubishi Motors in den USA ausgelöst worden, deren Rückzahlung viele Kunden schuldig blieben. Für das Ende März abgeschlossene Geschäftsjahr erwartet Mitsubishi einen Nachsteuerverlust von umgerechnet 560 Mio. Euro. (APA/Reuters)

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