Riesenauftrag für GE und Rolls-Royce

18. April 2004, 18:49
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Bauen für Boeing 7E7-Triebwerke - Neues Verkehrsflugzeug "Dreamliner" Hoffnungsträger des US-Flugzeugherstellers

Everett - Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hat General Electric und Rolls-Royce als Triebwerkslieferanten für das neue Verkehrsflugzeug 7E7 Dreamliner ausgewählt. Dies gab Boeing am Dienstag nach Börsenschluss bekannt.

Der Wert der Triebwerkslieferungen, Wartungsarbeiten und Ersatzteillieferungen könnte je nach Zahl der Bestellungen über einen Zeitraum von 20 bis 25 Jahren bis zu 40 Milliarden Dollar (33,1 Mrd. Euro) erreichen, schätzen US-Luftfahrtfachleute. Die Triebwerke kosten nach Branchenschätzungen etwa zehn Millionen Dollar pro Stück. Die Entwicklungsarbeiten dürften etwa eine Milliarde Dollar erreichen.

Bedarf von 2000 bis 3000 Flugzeugen

Boeing rechnet nach Darstellung von General Electric mit einem Bedarf von 2000 bis 3000 Flugzeugen im 7E7-Marktsegment während der kommenden 20 Jahre. Allerdings hat der Flugzeughersteller bisher noch keinen Auftrag für die 7E7 erhalten. Die meisten Fluggesellschaften warten in der Regel erst ab, bis sie wissen, welche Triebwerksoptionen sie haben. Verlierer der Boeing- Triebwerksausschreibung war Pratt & Whitney, die Triebwerkssparte der United Technologies.

Boeing war im vergangenen Jahr von Airbus als größter Flugzeughersteller der Welt überholt worden. Die 7E7 ist der neue Hoffnungsträger von Boeing. Sie soll 767-Maschinen und Airbus A330- Typen ersetzen. Das neue zweistrahlige Flugzeug soll 2008 erstmals in Betrieb genommen werden. Es soll 20 Prozent weniger Treibstoff verbrauchen und 20 Prozent weniger Abgase ausstoßen als jetzige Maschinen.

Drei Varianten

Boeing will drei Varianten der neuen Flugzeugfamilie anbieten. Die Grundversion ist in Dreiklassenauslegung für 217 Passagiere gedacht und hat eine Reichweite von bis zu 15 700 Kilometern. Die Kurzstreckenversion kann 289 Passagiere in Zweiklassen-Auslegung bis zu 6500 Kilometer transportieren. Die gestreckte Version der 7E7 ist für 257 Fluggäste in drei Klassen gedacht und hat eine Reichweite von 15 400 Kilometern. Die GE- und Rolls-Royce-Triebwerke ermöglichen es der 7E7 nach Darstellung von Boeing-Vizepräsident Mike Bair, "höher, schneller, weiter, sauberer, ruhiger und effizienter zu fliegen als vergleichbare Flugzeuge".

General Electric bietet für das neue Flugzeug das so genannte GENX-Triebwerk (GE Next Generation) an, eine Weiterentwicklung des GE90-Triebwerks, das im Boeing-Großraumflugzeug 777 eingesetzt wird. "Dies ist einer der bedeutendsten Tage in der Geschichte unseres Triebwerks-Geschäfts", betonte David Calhoun, der Präsident der GE Transportation.

Der britische Triebwerkshersteller Rolls-Royce wird seinerseits das neue Trent-1000-Triebwerk für die 7E7 einsetzen. Sir John Rose, der Rolls-Royce-Chef verspricht sich gute finanzielle Ergebnisse von diesem Triebwerksprogramm. Pratt & Whitney-Präsident Louis R. Cheneyert zeigte sich "enttäuscht", dass das eigene PW-EXX-Triebwerk nicht ausgewählt wurde. Es sei das einzige völlig neue Triebwerk für die 7E7 gewesen. (APA/dpa)

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