Philippinen: Präsidentin plant moslemische Anti-Terror-Brigade

8. April 2004, 12:18
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Nach neuen Drohungen der Islamistengruppe Abu Sayyaf

Manila - Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo hat die Bildung einer ausschließlich aus Polizisten moslemischer Religionszugehörigkeit zusammengesetzten Anti-Terror-Brigade angekündigt. Wie ihr Sprecher Ignacio Bunye am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Manila mitteilte, fiel die Entscheidung am Vortag bei einem Treffen der Präsidentin mit Repräsentanten der moslemischen Bevölkerungsgruppe.

Die Islamistengruppe Abu Sayyaf hatte in den vergangenen Tagen mit einer neuen Terrorwelle durch Selbstmordanschläge gedroht. Die Polizei nahm sechs mutmaßliche Abu-Sayyaf-Mitglieder fest, die ein Sprengstoffattentat auf einen Zug vorbereitet haben sollen.

Präsidentin Macapagal Arroyo steht innenpolitisch unter Druck. Bei den Präsidentenwahlen im kommenden Mai zeichnet sich in sämtlichen Meinungsumfragen ein Sieg des 64-jährigen Filmschauspielers Fernando Poe ab, eines Freundes ihres 2001 abgesetzten Vorgängers Joseph Estrada.

Die Regierung in Manila hatte sich prinzipiell gegen den Einsatz von US-Truppen im Kampf gegen moslemische Separatisten auf der südlichen Insel Mindanao ausgesprochen. Die USA hatten im Vorjahr angekündigt, mit mehr als 1700 Soldaten eine Großoffensive der philippinischen Armee gegen Abu Sayyaf zu unterstützen. Die Philippinen hatten dagegen betont, die US-Soldaten würden lediglich als "Berater" eingesetzt. (APA)

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