Malaysia: Brandanschlag auf Botschaft von Burma

8. April 2004, 19:56
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Angreifer gehören moslemischer Minorität an - Ranghoher Diplomat durch Axthiebe an Kopf und Händen verletzt

Kuala Lumpur - Bei einem Brandanschlag ist am Mittwoch die Botschaft von Burma (Myanmar) in Malaysia zerstört worden. Drei Tatverdächtige und ein mutmaßlicher Komplize wurden von der Polizei in Kuala Lumpur festgenommen. Die vier gehören der vom burmesischen Militärregime unterdrückten moslemischen Rohingya-Minderheit an. Ein ranghoher Diplomat wurde durch Axthiebe an Kopf und Händen verletzt, als er das Gebäude verließ, um mit den Angreifern zu verhandeln, wie ein Sprecher der Botschaft mitteilte. Feuerwehrleute löschten den Brand. Ein Teil des Daches brach zusammen.

Burmesische Staatsangehörige warfen Molotow-Cocktails

Wie ein malaysischer Polizeisprecher mitteilte, suchten am Morgen drei burmesische Staatsangehörige die Botschaft auf, um sich dort einige Formulare zu besorgen. Die drei seien vom Personal jedoch abgewiesen worden. Kurze Zeit später seien sie zurückgekommen und hätten Molotow-Cocktails geworfen. Nach anderen Angaben kletterten vier Männer über die Mauer des Botschaftsgeländes und setzten das Gebäude mit Benzin-Plastikbeuteln und brennenden Stofffetzen in Brand. Erst vor einer Woche hatten die malaysischen Behörden die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz diplomatischer Vertretungen in Kuala Lumpur verschärft.

Anfang der neunziger Jahre des vorigen Jahrhunderts waren mehr als eine Viertelmillion Moslems aus Burma ins Ausland, überwiegend nach Bangladesch, geflohen. Das Militärregime in Rangun hatte den Rohingyas die Staatsbürgerschaft aberkannt. Die burmesische Armee soll in Arakan (das im 18. Jahrhundert unter burmesische Herrschaft kam) einen regelrechten Vernichtungsfeldzug gegen die einheimischen Moslems geführt haben. (APA/AP)

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