Zwölf US-Soldaten in Ramadi getötet

7. April 2004, 15:48
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US-Truppen von Saddam-Anhängern im sunnitischen Dreieck angegriffen - Koalitionstruppen wollen al Sadrs "Mahdi-Armee" zerstören

Bagdad/Washington - Nach heftigen Kämpfen mit radikalen Schiiten haben die US-Truppen im Irak am Dienstag auch im so genannten sunnitischen Dreieck schwere Verluste erlitten. Bei Gefechten in der Stadt Ramadi westlich von Bagdad wurden zwölf Marineinfanteristen getötet. Zwei Dutzend weitere Soldaten seien verletzt worden, als etwa 60 bis 70 Personen den Gouverneurspalast mit Panzerabwehrgranaten und Automatikwaffen angegriffen hätten, sagte ein Pentagonvertreter in Washington.

Offensichtlich seien die Angreifer "gut trainiert" gewesen. "Wir sind uns ziemlich sicher, dass sie sehr viel schwerere Verluste erlitten haben als wir", fügte der Pentagon-Mitarbeiter hinzu, der anonym bleiben wollte. Der US-Fernsehsender CNN berichtet, die US-Truppen seien von Anhängern des ehemaligen Machthabers Saddam Hussein angegriffen worden.

Koalitionstruppen wollen al Sadrs "Mahdi-Armee" zerstören

Die US-Armee will die Miliz des radikalen Schiiten-Predigers Muktada al Sadr, die so genannte "Mahdi-Armee", zerschlagen. "In den zentralen und südlichen Regionen des Irak laufen Einsätze der Koalitionstruppen und irakischer Sicherheitskräfte, um die Mahdi-Miliz zu zerstören", sagte US-Militärsprecher Mark Kimmitt am Mittwoch vor Journalisten in Bagdad. "Wir werden mit Präzision und Macht angreifen, um die Mahdi-Armee zu zerstören."

Kimmitt bestätigte, bei den jüngsten Gefechten in der westirakischen Stadt Ramadi habe es auf beiden Seiten Opfer gegeben. Genaue Zahlen wollte er jedoch nicht nennen. Die US-Armee und Angehörige der Miliz liefern sich seit Tagen heftige Gefechte. Seit Sonntag wurden dabei mindestens 130 Menschen getötet.

Augenzeugen: Iranische Pilger in Kerbala getötet

In der Schiiten-Stadt Kerbala wurden am Morgen nach Augenzeugenberichten fünf iranische Pilger getötet, als polnische Soldaten das Feuer auf den Kleinbus der Iraner eröffnet hätten. Ein Ladenbesitzer aus Kerbala sagte, amerikanische und polnische Soldaten hätten neben seinem Geschäft zwei Iraker getötet sowie zwei Läden zerstört. In der Nacht zum Mittwoch waren in Kerbala drei Iraker bei Zusammenstößen mit Besatzungstruppen getötet worden.

Blair: Kein Platz für Sadr im neuen Irak

In Nassiriya wurden bei Gefechten zwischen schiitischen Milizen und italienischen Truppen 15 Iraker getötet und 12 italienische Soldaten leicht verletzt. Bei einem Angriff einer Gruppe von Aufständischen gegen einen bulgarischen Lastwagenkonvoi bei Nassiriya starb ein Bulgare. Im südirakischen Amara kamen bei Gefechten mit britischen Soldaten laut Al Jazeera 12 Iraker um.

Nach den Worten von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld plant die US-Regierung nicht, die Truppenstärke im Irak von derzeit rund 135.000 Mann umgehend zu erhöhen. Entscheidend sei, was die Führung der US-Streitkräfte vor Ort für erforderlich halte, sagte Rumsfeld nach einem Treffen mit NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer auf dem US-Marinestützpunkt in Norfolk (US-Bundesstaat Virginia).

Der britische Premierminister Tony Blair rief angesichts der eskalierenden Gewalt zur Standhaftigkeit auf. Der radikale Schiitenprediger Sadr habe keinen Platz im neuen Irak, sagte der Premierminister. Die US-Verwaltung in Bagdad hatte am Dienstag erklärt, gegen Sadr liege seit Monaten ein irakischer Haftbefehl wegen seiner mutmaßlichen Beteiligung an der Ermordung eines Rivalen im April vergangenen Jahres vor. (APA/dpa)

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    Radikale Schiitischen greifen in Sadrcity US-Soldaten an

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