Rauch-Kallat will auch andere Kassen prüfen

7. April 2004, 19:06
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WGKK-Chef Bittner: Wiener Gesundheitssystem soll zurückgefahren werden

Wien - Nach der am Montag aufgenommenen Sonderprüfung der Wiener Gebietskrankenkasse kündigt Gesundheitsministerin Maria Rauch-Kallat in der "Presse" an, auch bei anderen Kassen eine solche "behördliche Einschau" durchführen zu wollen. "Vor und nach dem Sommer, zum Beispiel bei den Bauern" solle geprüft werden - "um Schwierigkeiten und Lösungen zu sondieren", meinte Rauch-Kallat.

Ziel der zweiten Prüfung der Wiener Kasse - schon 2001 gab es eine - sei, "Sparpotenziale zu finden", so Rauch-Kallat. Wo gespart werden soll, darauf legte sich Rauch-Kallat im ORF-"report" nicht fest. Es wäre im Sinn der Selbstverwaltung, dass die Kassen Vorschläge machen, meinte sie. Dass die Wiener Kasse dieser Aufforderung nicht nachgekommen sei, sei "ein Grund mehr für die behördliche Einschau".

Erst nach mehrmaliger Nachfrage, wo denn gespart werden könnte, nannte Rauch-Kallat ein "besseres Schnittstellenmanagement zwischen niedergelassenen Ärzten und Spital, zum Beispiel im Arzneimittelbereich" - das sie bereits gesetzlich geregelt habe. Auf die Frage, ob Sparen denn nicht heiße, dass Leistungen gekürzt werden müssen, sagte die Minister: "Sparen muss nicht heißen, Leistungen zu kürzen, sondern effizient mit dem Geld im System umgehen."

Als "an den Haaren herbeigezogen" wies Rauch-Kallat zurück, dass es sich in dem Vorgehen gegen die "rote" Wiener Kassa und deren Chef Franz Bittner um eine zweite "Causa Sallmutter" handeln könnte.

Bittner hingegen "reimt" sich diesbezüglich "schon etwas zusammen", wie er im "report" sagte. Er würde sich wünschen, dass Rauch-Kallat sagt, wo gespart werden soll - "welche Medikamente nicht mehr bezahlt, welche Leistungen nicht mehr angeboten werden sollen". "Derzeit schaut es so aus, dass das Gesundheitssystem in Wien zurückgefahren werden soll", meinte er. (APA)

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