Projekt jüdische Periodika digitales Weltkulturerbe

15. April 2004, 10:55
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Wichtigste Zeitschriften bis 1938 kostenlos im Netz

Das Projekt "Jüdische Periodika im deutschsprachigen Raum" ist von der UNESCO in die Sammlung "World Digital Heritage" aufgenommen worden. Das teilte die Frankfurter Stadt- und Universitätsbibliothek (StUB) am Dienstag, mit. Das von ihrer Judaica-Abteilung geleitete Projekt stellt die nach eigenen Angaben wichtigsten jüdischen Zeitschriften und Zeitungen des deutschsprachigen Raumes bis ins Jahr 1938 kostenlos im Internet zur Verfügung.

Derzeit sind 26 Zeitschriften, insgesamt rund 300.000 Seiten, online verfügbar. Eine Million Besucher wurden bereits gezählt, von denen zwei Drittel aus Deutschland und der Rest vorrangig aus den USA stammen. Bis zum Jahr 2006, in dem die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) endet, sollen weitere kleinere und spezielle Titel digitalisiert und in Form von Originalgrafiken oder als Volltexte ins Internet gestellt werden.

500 jüdische Periodika

In das Portal des digitalen Weltkulturerbes werden nach Angaben der StUB Projekte aufgenommen, die ihren Beitrag zum Erhalt des Kulturerbes dadurch leisten, dass sie die Nachhaltigkeit von Informationen auch für zukünftige Generationen gewährleisten. Viele der jüdischen Zeitschriften aus dem deutschsprachigen Raum, die wichtig für die Forschung sind, drohen zu zerfallen. Bis zum Jahr 1938, als die bis dahin existierenden Periodika von den Nationalsozialisten verboten wurden, gab es rund 500 jüdische Periodika. (pte)

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