Bratislava sucht Geld für Airport

18. April 2004, 18:50
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Interessenten auch aus Übersee

Wien - Im Mai beginnt der Umwandlungsprozess der staatlichen slowakischen Flughäfen in Aktiengesellschaften. Das ist die Voraussetzung für die im kommenden Jahr geplante Privatisierung. Zunächst sollen die Flughäfen in Bratislava und Kosice umgewandelt werden, später sollen die Flughäfen in Piestany, Poprad, Zilina und Sliac folgen.

Die größten Probleme erwarten Experten in Bratislava, wo noch wesentliche eigentumsrechtliche Fragen zu lösen sind. Außerdem müssen Liegenschaften in der Umgebung des Flughafens angekauft oder gemietet werden. Dazu fehlte dem Flughafen bisher das Geld, sagte Flughafendirektor Jaroslav Mach dem slowakischen Wirtschaftsblatt Hospodarske noviny.

Interesse von AUA und Flughafen Wien

Interesse an einer Beteiligung am Flughafen Bratislava haben neben dem Wiener Flughafen, der gemeinsam mit der ÖBB und dem Wiener Hafen ein Infrastrukturpaket schnüren will, auch die AUA. Wiens Finanzstadtrat Sepp Rieder regte jüngst sogar eine Sonderwirtschaftszone zwischen Wien und Bratislava an. Weitere Interessenten sind die argentinische Gesellschaft Aeropuertos, die amerikanische Glenealy International und die US-kanadische ViaPort.

Im Fall eines Mehrheitserwerbs hat ViaPort bereits eine Erweiterung des Flughafens Bratislava angekündigt. Das nahe liegende Dorf Ivanka soll abgesiedelt und 21 Kilometer entfernt wieder aufgebaut werden. Die dafür notwendigen Investitionen wurden mit 20 Mrd. Kronen (497 Mio. Euro) beziffert, fünf Mrd. Kronen würden die Bewohner von Ivanka als Kompensation bekommen. Im Zeitungsbericht wird der Flughafen Bratislava mit 2,067 Mrd. Kronen bewertet, davon entfielen 1,4 Mrd. Kronen auf die Gebäude. (DER STANDARD Printausgabe, 7.4.2004, APA, cr)

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