Zwölf verletzte Italiener bei Gefechten in Nasiriya

7. April 2004, 15:31
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Rom schließt Truppenabzug "kategorisch aus"

Rom - Zwölf verletzte italienische Soldaten in Nasiriya haben den Diskussionen um den Einsatz italienischer Truppen im Irak neue Nahrung verliehen. Die Angehörigen einer Bersaglieri-Einheit wurden bei Schießereien mit militanten Schiiten verletzt, die Teile der Stadt und drei Brücken über den Euphrat besetzt hielten. Die Aufständischen lieferten den Bersaglieri ein fünfstündiges Feuergefecht, bei dem mindestens 15 Iraker getötet wurden. Vier italienische Militärfahrzeuge brannten aus. Schließlich konnte die italienische Zivilverwalterin der Provinz Nasiriya, Barbara Soldini, den lokalen Schiitenführer dazu bewegen, seine Anhänger zurückzuziehen.

Verteidigungsminister Antonio Martino erklärte in Brüssel, auch nach den jüngsten Zwischenfällen sei "ein Abzug der italienischen Soldaten aus dem Irak kategorisch auszuschließen". Die Opposition zeigte sich in der Frage eines Truppenabzugs einmal mehr gespalten. Der Chef der Linksdemokraten, Piero Fassino, äußerte Besorgnis über die Entwicklung der Lage und forderte Regierungschef Silvio Berlusconi auf, im Parlament "Verbindliches über die Zukunft des italienischen Truppenkontingents" auszusagen. Es sei immer offensichtlicher, dass den USA die Kontrolle im Irak entgleite.

Ulivo-Präsident Francesco Rutelli mahnte ein UN-Mandat für den Einsatz ein. Dagegen forderten Grünen-Chef Alfonso Pecoraro Scanio und die Kommunisten den sofortigen Abzug der italienischen Truppen. Letztere protestierten mit einem Sit-in vor dem Regierungssitz gegen den Einsatz der 2900 italienischen Soldaten im Irak. (mu/DER STANDARD, Printausgabe, 7.4.2004)

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