Bescheiden - von RAU

9. April 2004, 17:54
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Die Kandidatin Benita wird künftig auf ihre Kostüme verzichten und sich aus dem Kleidersack im Caritas- Container einkleiden. Der Kandidat Heinz wird im Gegenzug auf Kniestrümpfe verzichten und nur noch kurze Socken verwenden, selbst wenn dabei ein Stück haariges Männerschienbein sichtbar wird. Die Kandidatin Benita wird, sofern sie gewählt wird, bei der Verpflegung ausländischer Gäste künftig zum "Pizzamann" schicken, der Kandidat Heinz wird im Supermarkt günstig die Getränke besorgen (schon gesehen: die Flasche Château Toilette um 1,99). Das muss man jedenfalls aus dem Bescheidenheitswettlauf schließen, den die beiden im Wahlkampf aufführen. Benita Ferrero-Waldner will nicht nur keine Dienstvilla und kein Jagdschloss, sie will auch das Bezügegesetz ändern, damit nur ja keine Dienstwohnung mehr drinsteht. Prompt reiht sich Heinz Fischer in den Flagellantenzug ein. Es sei daran erinnert: Die Amtsräume des Präsidenten befinden sich in der Hofburg. Österreich lebt zu einem guten Teil von seiner imperialen Vergangenheit. Auch die Republik ist kein Kleinhäuslerstaat. Aus der Hofburg in einen Container übersiedeln wollen ja wohl beide Amtsanwärter nicht. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 7.4.2004)
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