WEF löst "Offene Plattform" zu Globalisierungsfragen auf

28. April 2004, 19:52
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Stiftung mangelt es an Aufgaben

Davos - Die vor knapp zwei Jahren gegründete Stiftung "In the spirit of Davos" wird Ende dieses Jahres aufgelöst. Die Stiftung wollte parallel zum World Economic Forum (WEF) eine Plattform für einen offenen Dialog über die Auswirkungen der Globalisierung bieten. Angeregt worden war eine solche Institution vom früheren Flüchtlingsdelegierten der Schweiz, Peter Arbenz. Nun mangelt es der Organisation aber an Aufgaben.

Arbenz hatte im Auftrag der Regierung des Kantons Graubünden eine Analyse zum WEF 2001 verfasst. Die Schaffung der Stiftung schlug er vor, um die Gefahr von Ausschreitungen zu senken und etwas gegen die Einbunkerung des von Globalisierungskritikern bekämpften Treffens von Wirtschaftslenkern und Politikern zu tun.

Feigenblatt

Der Bund, der Kanton Graubünden und die Landschaft Davos stellten mit je 100.000 Franken (63.804 Euro) das Stiftungskapital. Mit einer weiteren Finanzspritze von je 50.000 Franken wurde anfangs dieses Jahres ein noch früheres Aus der Stiftung verhindert.

Der Präsident des Stiftungsrates, der Regierungspräsident Klaus Huber, nannte am Dienstag auf Anfrage ein wesentliche Problematik des Vorhabens. Es habe sich als schwierig erwiesen, dem Auftrag nachzukommen, ohne sich der Kritik auszusetzen, dem WEF als Feigenblatt zu dienen.

Außerdem sei die Stiftung Organisationen wie dem "Public Eye of Davos", die sich kritisch mit der Globalisierung auseinandersetzen, in die Quere gekommen. Huber, der auch den WEF-Ausschuss der Bündner Regierung vorsitzt, ist aber überzeugt, das Netzwerk der Stiftung habe dazu beigetragen, die Konflikte um das Weltwirtschaftsforum zu mildern. (APA/sda)

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