Das Fernduell, nächster Teil

7. April 2004, 20:13
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Heute steht 29. Runde an - Kronsteiner fordert GAK zum Ende des Tiefstapelns auf - Nerverln bei Salzburg, Sturm und Kärnten

Wien - Acht Runden vor Schluss der T-Mobile-Fußball-Bundesliga sind im Titel- und Abstiegskampf Nerven aus Stahl gefragt. "Das Nervenkostüm kann die Meisterschaft entscheiden", weiß Austria-Sportmanager Günter Kronsteiner, dass "Umfaller" in dieser Phase der Punktejagd fatale Folgen haben können. Das Mittwoch-Programm (29. Runde) der zwei Titelkandidaten: Leader und Meister Austria muss zur Admira, der punktegleiche Verfolger GAK empfängt SW Bregenz.

Am anderen Ende der Tabelle brodelt es innerhalb der abstiegsbedrohten Teams Salzburg, Sturm Graz und Kärnten. Im Salzburger EM-Stadion empfängt der ehemalige UEFA-Cup-Finalist die Kärntner zum direkten Duell, Sturm muss nach Pasching. "Die Mannschaft ist nervös", gesteht Sturm-Coach Michael Petrovic.

Austria in der Südstadt

Trotz der spannenden Lage an der Spitze will man bei der Austria von großer Nervosität nichts wissen. "Das ist eher ein Ansporn, allen zu zeigen, dass wir besser sind", meint Kronsteiner (drei Spiele, drei Siege). Die bisherigen drei Saisonspiele gegen die Admira gingen klar an die "Veilchen" (9:2-Tore). "Fußball ist aber sehr schnelllebig", so Kronsteiner, der den Titelkampf keinesfalls als "David gegen Goliath" sieht.

"Das Tiefstapeln der Grazer ist nicht angebracht. Der GAK hat mehr österreichische Nationalspieler als wir, im Winter mit Sionko einen tschechischen Spitzenspieler verpflichtet und ein Kaliber wie Goossens auf der Bank sitzen", meinte Kronsteiner, der Schachner als "großartigen Trainer" bezeichnet. Gegner Admira befindet sich im Niemandsland der Tabelle (Rang 6), für Ex-Austrianer Raschid Rachimow könnte es gleichzeitig die letzte Saison bei der Admira werden: "Die Chancen, dass ich Admira-Trainer bleibe, stehen 50:50."

Gerüchteküche brodelt beim GAK

Beim GAK geht es vor dem Bregenz-Heimspiel in der Gerüchteküche rund, den Defensivstützen Ehmann (Bochum) und Tokic (HSV) liegen Angebote aus der deutschen Bundesliga vor, dazu soll Pogatetz nach Leverkusen zurückkehren. Diese Zukunftsmusik lässt Trainer Schachner jedoch kalt: "Das ist international üblich. Ich lasse mich davon nicht stören. Ich hoffe, die Spieler auch nicht." Priorität hat die Partie gegen die Vorarlberger, die den Grazern mit dem 4:1 am 23. August 2003 die bisher höchste Saisonniederlage zugefügt haben. "Auf dem Papier sind wir Favorit, aber die leichtesten Spiele sind meistens die schwierigsten."

Bregenz-Coach Regi van Acker schickt eine ersatzgeschwächte Truppe aufs Feld, oberste Priorität hat das Cup-Spiel am Samstag ebenfalls in Graz (gegen Sturm). "Dieses Spiel wird ein echter Prüfstein für die Jungen, denn der GAK ist die stärkste Mannschaft Österreichs", streut van Acker dem GAK Rosen. "Von uns darf man sich kein Offensivspektakel erwarten."

Rapid gegen Mattersburg aus der Krise?

Nach dem 0:4-Schock zu Hause gegen den GAK steht für Rapid der Kampf um Platz drei auf der Tagesordnung. "Für uns ist wichtig, eine positive Reaktionen zu zeigen. Wir müssen eine klare Ordnung und bessere Organisation im Spiel haben", kündigte Rapid-Coach Josef Hickersberger vor dem Mattersburg-Match ein Ende des "Hurra"-Spielstils an. Der Einsatz der angeschlagenen Stützen Payer und Martin Hiden entscheidet sich erst am Match-Tag.

Statistisches Detail am Rande: in den bisher zwölf Heimspielen im Hanappi-Stadion gegen burgenländische Mannschaften (Eisenstadt, Neusiedl, Mattersburg) ist Rapid ungeschlagen geblieben. Und für die Burgenländer rund um den früheren Rapid-Kaptän Didi Kühbauer sieht es auch diesmal nicht allzu gut aus: neben den vielen Verletzten fehlen Trainer Werner Gregoritsch nun auch noch die drei gesperrten Dragic, Kausich und Schmidt. Gregoritsch: "Wir spielen nach wie vor gegen den Abstieg und wollen im Hanappi einen möglichst guten Gegner abgeben."

Abstiegskampf in Salzburg

Abstiegskampf pur gibt es bei Salzburg - Kärnten zu sehen. In der Mozartstadt wurde die Partie bereits zum "Spiel des Jahres" erkoren, innerhalb der zerrüttelten Mannschaft gehen langsam aber sicher Angst und Panik um. "Wer am Mittwoch nicht 100 oder sogar 150 Prozent gibt, hat in diesem Verein nichts verloren", sprach Routinier Laessig Klartext. Die Statistik spricht klar für Salzburg: die drei bisherigen Saisonduelle gingen mit 5:0, 2:1 und 3:0 an die Truppe von Sportchef Peter Assion.

Der Deutsche weiß um die Bedeutung der Partie: "Mit einem Sieg wären wir noch nicht aus dem Schneider, bei einer Niederlage wäre die Situation allerdings doch sehr bedenklich." Kärnten-Trainer Peter Pacult reist mit zwei Remis und einem Sieg aus den vergangenen drei Spielen an: "Das wird eine Nervensache, ein erstes Endspiel. Uns hilft nur ein Sieg wirklich weiter. Die Mannschaft wird zeigen, dass sie sich quälen kann."

Sturm bei Pasching

Nach acht Gegentoren in zwei Spielen gegen die Austria brennt Sturm-Goalie Mandl in Pasching auf Wiedergutmachung. "Er war übermotiviert. Aber er ist ein Profi und wird seine Reaktion zeigen", ist Sturm-Trainer Petrovic überzeugt, dass der Burgenländer der wichtige Rückhalt im Waldstadion sein wird. "Wir brauchen Punkte, der Druck wird immer größer. Auch weil manche Leute noch immer von den schönen Champions-League-Zeiten reden", meinte Petrovic kopfschüttelnd. Pasching wünscht sich nach fünf Remis in Folge endlich wieder einmal einen Sieg. "Wir versprechen Offensive pur, werden Sturm so lange unter Druck setzen, bis ein Tor fällt", lässt Trainer Georg Zellhofer einiges erwarten. (APA)

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