Deutsche Frächter haben Schaden "minimiert"

8. April 2004, 09:54
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Dennoch Behinderung des freien Warenverkehrs nicht akzeptabel

Der deutsche Frächterverband hat zwar noch keine Abschätzung des wirtschaftlichen Schadens durch die Straßenblockaden in Österreich. Dank der Vorausinformation der Behörden sei der Schaden aber "minimiert" worden, sagte Adolf Zobel, Stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Deutschen Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) im Gespräch mit der APA.

Die meisten Unternehmen hätten ihre Fahrten umgeplant. Nur "in Einzelfällen" seien Transporte nicht verschiebbar gewesen. Die Bahn sei aber kurzfristig keine Alternative, da ihr Angebot meist nicht dem Bedarf entspreche. Viel härter seien wohl Touristen in ihren Pkw betroffen gewesen, meint Zobel. Trotz der Vorinformation akzeptiere der BGL aber nicht die Störung des freien Warenverkehrs.

"Wo ist die Grenze erreicht?"

Der deutsche Verband habe gemeinsam mit den Frächterverbänden aus Österreich, den Niederlanden, Dänemark, der Schweiz, Italien und Frankreich in einem Brief an die EU-Kommission die Verletzung des freien Warenverkehrs durch die Blockaden kritisiert. Auch wenn es inzwischen ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes gebe, das den Vorrang der Meinungsfreiheit vor dem freien Warenverkehr bestätige, müsse man sich bei Blockaden, die sich über die ganze Karwoche ziehen, fragen, "wo ist die Grenze erreicht?", so Zobel.

"Nicht repräsentativ"

Zobel weist darauf hin, dass auf deutschen Autobahnen im Schnitt 7.100 Lkw am Tag fahren, auf Spitzenstrecken über 20.000. Das sei mit den 5.500 Fahrzeugen am Brenner zu vergleichen. Auch die Umweltbedenken Tirols teilt Zobel nicht uneingeschränkt, denn es gebe auch Studien, wonach die Messungen, die eine Überschreitung der Grenzwerte in Tirol ergaben "nicht repräsentativ" seien, sodass man daraus noch kein Einschreiten ableiten müsse, sagt Zobel.

Auch entfalle nur ein "untergeordneter Teil" des Verkehrs auf Transit-Lkw, viel mehr auf österreichische Lkw und Pkw. Österreich habe mit dem Transit-Lkw "einen bösen Buben geschaffen". Da sei auch die politische Situation in Österreich ganz anders als in Deutschland, wo es bei Autobahnanrainern noch keine Bewegung gegen die Verkehrsbelastung gebe. (APA)

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