Proteste gegen ausgelagertes AMS-Künstlerservice

13. April 2004, 11:54
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"Team 4" soll Vermittlung arbeitsloser KünstlerInnen übernehmen - Kritik an Vorgang des "Clearings" und Nichteinbindung von Interessensvertretungen

Wien - Mit der künftig aus dem Arbeitsmarktservice (AMS) Wien ausgelagerten Betreuung arbeitsloser KünstlerInnen ist nach einer Interessentensuche mit zwei Bewerbungen nun das "Team 4" betraut worden. Dieser neu gegründete Verein ist aus einer Einrichtung in Graz hervorgegangen, die bereits ein Projekt für arbeitslose TänzerInnen und MusicaldarstellerInnen durchgeführt hat. Die Proteste von Künstlerverbänden gegen die Auslagerung des AMS-Künstlerservice gehen indes weiter.

Kritikpunkt "Clearing"

Es solle in kürzester Zeit eine Einrichtung geschaffen werden, die in den kommenden fünf Monaten alle bisher vom AMS-Künstlerservice betreuten Kunstschaffenden in Etappen durch ein "Clearing" schleuse, an dessen Ende die Entscheidung stehe, wer noch als KünstlerIn vermittelbar gilt, heißt es in einer gemeinsamen Aussendung der Interessengemeinschaft Freie Theaterarbeit, IG Autorinnen und Autoren, IG Kultur Österreich sowie des Dachverbandes Österreichische Filmschaffende. Unter anderem wird in der Aussendung die Nichteinbeziehung der Interessenvertretungen in die konzeptionellen Überlegungen kritisiert.

Vorwurf: Keine Verbesserungen im Bereich Fortbildung und Vermittlung

Das derzeitige Konzept enthalte keine sichtbaren strukturellen Verbesserungen im Bereich Fortbildung und Vermittlung, außerdem werden grundlegende juridische und politische Bedenken hinsichtlich Datenschutz und der budgetären und strukturellen Kontinuität einer solchen ausgelagerten Struktur geäußert. Gefordert wird stattdessen eine eigenständige, erweiterte AMS-Geschäftsstelle, die alle Sparten (auch die bisher nicht betreuten Film- und Musikschaffenden) berücksichtigt. Diese soll mit überregionalen Kompetenzen ausgestattet und international vernetzt werden; insbesondere wird eine Zusammenarbeit mit der deutschen Bundesanstalt für Arbeit Zentrale Bühnen- und Filmvermittlung (ZBF) und die Einbindung in EU Programme (EQUAL) angeregt.

Detailliertere Informationen kündigen die Unterzeichner der Aussendung bei einer Pressekonferenz am 19. April an.

Von einer eigenständigen, erweiterten AMS-Geschäftsstelle sei man auf Grund der finanziellen Lage derzeit "weit entfernt", meinte hingegen die Pressesprecherin des AMS Wien, Susanne Rauscher. Es würden aber noch Gespräche mit Künstlervertretern geführt. (APA)

Pressekonferenz
Mo., 19. April, 10 Uhr
Depot
Breite Gasse, 1070 Wien
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