Aktionäre verlangen Schrempp-Ablöse

7. April 2004, 16:02
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"Größter Kapital- und Arbeitsplatzvernichter in der Unternehmensgeschichte"

Berlin - Vor der Hauptversammlung von DaimlerChrysler haben die Kritischen Aktionäre die Ablösung von Konzernchef Jürgen Schrempp gefordert. Der Vorstandsvorsitzende sei der "größte Kapital- und Arbeitsplatzvernichter" in der Unternehmensgeschichte, sagte Aktionärssprecher Jürgen Grässlin am Dienstag in Berlin.

Schrempp sei für den Abbau von 80.000 Arbeitsplätzen verantwortlich und habe "die Welt-AG ins Desaster" geführt. Die Gesamtbilanz des Konzerns gleiche einem "Tollhaus".

Die Kritischen Aktionäre werden bei der Hauptversammlung am (morgigen) Mittwoch in Berlin nach eigenen Angaben einige tausend von insgesamt 1,9 Millionen Anteilseignern des Konzerns vertreten. Unter anderem wollen sie Kritik an den Gehältern der Spitzenmanager von DaimlerChrysler geltend machen.

Vorstandsgehälter verdoppelt

Die Gesamtbezüge des Vorstands haben sich nach den Erkenntnissen des Aktionärsverbands innerhalb der vergangenen zwei Jahre von 11 auf 22 Mio. Euro verdoppelt.

Sprecher Holger Rothbauer sprach von einem "Politbürosyndrom" und einem "Selbstbedienungsladen". "Wir können uns solche Manager nicht mehr leisten. Sie sind für das, was sie leisten und erbringen schlicht zu teuer", sagte er.

Die Kritischen Aktionäre fordern von der Konzernspitze auch einen Ausstieg aus der Rüstungsproduktion, die serienmäßige Einführung von Rußpartikelfiltern in alle Diesel-Pkw ohne Aufpreis und die Entwicklung eines Zwei-Liter-Autos.

Als "stümperhaft" kritisierten die Aktionäre das Agieren des Konzerns im Betreiberkonsortium für die Lkw-Maut, Toll Collect. (APA/AP)

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