T-Online will Aktienoptionen streichen und Satzung straffen

14. April 2004, 10:51
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Hauptversammlung am 19. Mai soll über weitere Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien entscheiden

Europas größter Internet-Anbieter T-Online, der auch in Österreich tätig ist, will Vorstand und Aufsichtsrat künftig mehr Freiheiten einräumen sowie Aktienoptionen für Führungskräfte streichen. Die Hauptversammlung des Unternehmens am 19. Mai soll zudem über eine zusätzliche erfolgsorientierte Vergütung der Aufsichtsräte und eine abermalige Ermächtigung zum Rückkauf eigener Aktien entscheiden.

Streichung

Aus der am Dienstag veröffentlichten Einladung zur Hauptversammlung von T-Online geht hervor, dass die bisher detaillierten Regelungen für die Geschäftsführung des Vorstandes und des Aufsichtsrates gestrichen werden sollen. Zur Begründung nannte T-Online, die Satzung solle von Organisationsregeln entlastet werden.

Die Regelungen unterlägen der "Selbstorganisationsgewalt" der Gremien. Beispielsweise muss derzeit der Vorstand das Aufsichtsgremium vor dem Zukauf oder dem Verkauf von Unternehmen oder Teilen davon unterrichten und die Zustimmung des Gremiums einholen. Auch detaillierte Regelungen für die Einberufung und die Beschlussfassung des Aufsichtsrates sollen künftig entfallen.

Ersatzlos

Wie bei der Muttergesellschaft Deutsche Telekom soll auch bei T-Online der von den Aktionären heftig kritisierte Aktienoptionsplan für rund 540 Führungskräfte ersatzlos gestrichen werden. Die dafür reservierten 46,6 Mio. Bezugsrechte von T-Online-Aktien sollen nicht mehr ausgegeben werden. Kleinanleger und Investmentfonds hatten die Optionspläne der Telekom und T-Online auf den Hauptversammlungen der Jahre 2000 und 2001 heftig kritisiert, da der Bezug von Aktien nur an geringe Kurszuwächse gekoppelt war.

Rund 74 Prozent des Kapitals von T-Online liegen bei der Deutschen Telekom, die damit über eine solide Mehrheit auf der Hauptversammlung verfügt. Die Hauptversammlung 2003 soll zudem die bereits in den vergangenen Jahren erteilte Ermächtigung des Unternehmens zur Erwerb von bis zu zehn Prozent der eigenen Aktien verlängern. "Konkrete Pläne für das Ausnutzen dieser Ermächtigung bestehen nicht", teilte T-Online in der Einladung zu seinem Aktionärstreffen mit. Eine Dividende will das im vergangenen Jahr erstmals profitabel wirtschaftende Unternehmen frühestens für das laufende Geschäftsjahr zahlen. (APA)

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