AK-Chef Tumpel: Lage dramatisch

14. April 2004, 17:13
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Im März um 20 Prozent mehr Arbeitslose als im Vorjahr - Bildungspaket für Junge und Arbeit schaffende Steuerreform verlangt

Wien - Die heute veröffentlichten Arbeitslosenzahlen für März lassen bei Arbeiterkammerpräsident Herbert Tumpel die Alarmglocken schrillen. Als besonders besorgniserregend bezeichnet Tumpel in einer Aussendung, dass die Dynamik des Anstiegs der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat zugenommen hat: Nach 2,5 Prozent im Februar auf 5,5 Prozent im März. Außerdem seien im März 2004 um knapp 20 Prozent mehr Personen arbeitslos geworden als im März 2003.

310.000 Arbeitssuchende

"Dieser Anstieg und der traurige Höchststand von mehr als 310.000 Arbeitsuchenden im März zeigen, dass von einer Entspannung auf dem Arbeitsmarkt noch lange keine Rede sein kann", sagt Tumpel. Angesichts von mehr als 40.000 Jugendlichen, die im März ohne Arbeit waren, verlangt Tumpel von der Regierung ein 100-Millionen-Euro-Bildungspaket für die Jungen und eine Steuerreform, die die kleinen und mittleren Einkommen entlasten soll "und so wirklich Arbeit schafft".

Eine Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen um zwei Milliarden Euro würde, zusammen mit einer Milliarde zusätzlich für die Infrastruktur, rasch 30.000 zusätzliche Arbeitsplätze schaffen, ist Tumpel überzeugt. "Diese Arbeitsplätze brauchen wir angesichts der dramatischen Lage auf dem Arbeitsmarkt ganz dringend."

Junge besonders betroffen

Nach wie vor seien die Jüngeren besonders von Arbeitslosigkeit betroffen. "Die Arbeitslosigkeit der unter Zwanzigjährigen ist seit 2000 um über 60 Prozent gestiegen - und die Regierung tut viel zu wenig dagegen", kritisiert der AK-Präsident. 40.263 Jugendliche seien im März ohne Arbeit gewesen - trotz aller Sonderprogramme und Ausbildungsgarantien des Wirtschaftsministers noch einmal um tausend mehr als im Vorjahr. Für Wien sei es der AK gelungen, eine Aufstockung des Auffangnetzes für die Jugendausbildung um tausend Plätze zu erreichen, aber österreichweit habe es Wirtschafts- und Arbeitsminister Minister Martin Bartenstein (V) verabsäumt, eine ähnliche Maßnahme zu starten, kritisiert Tumpel. (APA)

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