Springer zieht bei ProSieben-Kapitalschritt nicht mit

20. April 2004, 20:55
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Aber kein kurzfristiger Verkauf der Beteiligung geplant

Die Verlagsgruppe Axel Springer AG wird bei der anstehenden Kapitalerhöhung des größten deutschen TV-Konzerns ProSiebenSat.1 Media AG wie erwartet nicht mitziehen. Springer werde weder neue Stamm- noch Vorzugsaktien zeichnen, sagte eine Springer-Sprecherin am Dienstag in Berlin.

Reine Finanzbeteiligung

Sie verwies darauf, dass die Beteiligung an ProSieben eine reine Finanzbeteiligung sei, von der sich Springer langfristig zurückziehen wolle. "Ein Verkauf steht aber kurz- und mittelfristig nicht an", bekräftigte sie. Ein Verkauf sei weder in den vergangenen eineinhalb Jahren sinnvoll gewesen noch sei es dies jetzt.

"Wir haben im Moment viel Freude an der Beteiligung", sagte die Sprecherin. Seit dem vergangenen Sommer hat sich der Wert der ProSieben-Vorzugsaktie, die im Mittelwertesegment MDax enthalten ist, mehr als verdreifacht. Am Dienstag wurde die Aktie für 15,85 Euro gehandelt, sie lag damit um gut zwei Prozent unter dem Vortagesschluss.

ProSieben hatte am Montag angekündigt, im Rahmen der Kapitalerhöhung die neuen Aktien für 11,60 Euro anzubieten. Der Preis für neue Stammaktien, die nicht an der Börse gehandelt werden, und für stimmrechtslose Vorzugsaktien ist identisch. Die Investorengruppe um den US-Milliardär Haim Saban, die seit vergangenem Jahr gut 70 Prozent der Stimmen von ProSieben besitzt, hatte die Kapitalerhöhung garantiert und wird eventuell nicht gezeichnete Aktien von anderen Altaktionären mitübernehmen. Das Bankenkonsortium für die Kapitalerhöhung wird von JP Morgan und der Deutschen Bank geführt.

Vor der Kapitalerhöhung verfügte Springer über jeweils 11,5 Prozent der Stamm- und der Vorzugsaktien. Der Anteil wird sich entsprechend dem Verhältnis der Kapitalerhöhung von acht zu eins verwässern. In Finanzkreisen hieß es, auch die insolvente KirchMedia werde bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen. KirchMedia hielt nach früheren Angaben jeweils 16,5 Prozent der Stamm- und der Vorzugsaktien von ProSieben. (APA/Reuters)

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