"Verzicht auf die Gebärpolizei!"

22. Juli 2004, 11:41
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Sozialisitische Jugend vehement gegen den CV-Vorstoß

Wien - Für Andreas Kollross, Vorsitzenden der Sozialistischen Jugend Österreich (SJÖ), erweckt der Österreichische Cartellverband den Eindruck, als wolle er zurück in die vordemokratische Ära des 19. Jahrhunderts. "Das Recht einen Schwangerschaftsabbruch durchzuführen ist das Recht der Frauen auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Die Forderung nach Aufnahme eines Verbotes in die Verfassung ist an Rückschrittlichkeit nicht zu übertreffen und verkennt jegliche Lebensrealität", so Kollross.

Kriminalisierung

Stefanie Vasold, Frauensprecherin der SJÖ, fordert den CV auf, endlich einzusehen, dass Frauen auf männliche Bevormundung in allen Lebensbereichen verzichten können: "Jeder Versuch, die Fristenlösung rückgängig zu machen, ist frauenfeindlich und entschieden abzulehnen. Jede und jeder weiß, dass die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen nicht zu weniger Abbrüchen führt, sondern lediglich bedeutet, dass mehr Frauen an den Folgen illegaler Abtreibungen leiden oder sterben."

"Raus aus dem Strafgesetzbuch"

Kollross und Vasold sehen zwar auch Änderungsbedarf, was die gesetzliche Regelung angeht, aber in eine gänzlich andere Richtung: "Der Schwangerschaftsabbruch gehört insgesamt raus aus dem Strafgesetzbuch! Eine Schwangerschaft abzubrechen darf kein strafbarer Akt sein, sondern muss auch juristisch als Recht von Frauen, über ihren Körper frei zu entscheiden, anerkannt werden. Frauen können auf jeden Fall auf eine konservative Gebärpolizei verzichten. Der CV transportiert ein verklärtes Familienbild, das Frauen auf Gebärmaschinen und Hüterinnen des Haushalts reduziert." (red)

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