Alle 30 Sekunden kostet der Straßenverkehr ein Leben

14. April 2004, 11:08
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WHO zieht weltweite Schreckensbilanz - die meisten Opfer sind jung und männlich

Genf - Rund alle 30 Sekunden stirbt irgendwo auf der Welt ein Mensch im Straßenverkehr. Jährlich 1,2 Millionen Verkehrstote und 20 bis 50 Millionen Schwerverletzte lautet die erschreckende Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Unter dem Motto "Sicher fahren - gesund ankommen" hat sie den Weltgesundheitstag am Mittwoch der Verkehrssicherheit gewidmet.

WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee warnt vor einem alarmierenden Trend: "Wenn sich nichts ändert, wird die Zahl der Verkehrstoten bis 2020 um über 60 Prozent zunehmen."

Drastischer Anstieg in Asien

Denn während in den Industrieländern die Zahl der tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmer seit 1975 kontinuierlich um bis zu zwei Drittel gesunken ist, steigt diese Zahl etwa in Asien zum Teil drastisch. So wuchs die Zahl der tödlichen Unfälle in China in dieser Zeit um fast 250 Prozent. Mit 90 Prozent aller Verkehrsunfälle sind die ärmeren Länder die Hauptleittragenden.

Fast drei Mal so viele Männer wie Frauen verlieren ihr Leben auf den Straßen der Welt. Mehr als die Hälfte der Opfer sind zwischen 15 und 44 Jahre alt. Selbst wenn ein Unfall nicht tödlich endet, tragen viele Opfer bleibende Behinderungen davon.

Die Kosten

Die jährlichen Kosten für Verkehrsverletzte belaufen sich weltweit auf umgerechnet 425 Milliarden Euro. Für die einzelnen Staaten bedeutet dies rund zwei Prozent des Bruttosozialprodukts. Der Anteil der ertragsschwachen Länder liegt bei 53 Milliarden Euro - mehr, als sie an Entwicklungshilfe erhalten.

Als gefährlichste Verkehrsmittel gelten motorisierte Zweiräder. Das Risiko, im Straßenverkehr mit dem Motorrad tödlich zu verunglücken ist pro gefahrenem Kilometer zwanzig Mal höher als in einem Auto. Nicht viel weniger gefährdet sind Fußgänger und Radfahrer, ihr Risiko liegt acht bis neun Mal höher als bei Autofahrern.(APA/dpa)

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