Wieder mehr Arbeitslose im März

6. April 2004, 18:29
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Quote mit 7,8 Prozent auf höchstem Wert seit 1996 - Jobzusagen steigen, Langzeitarbeitslosigkeit auch

Wien - Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist im März 2004 im Vergleich zum Vorjahr erneut um 5,5 Prozent auf 267.195 Personen gestiegen. Das entspricht - nach vorläufigen Zahlen - einem Anstieg gegenüber März 2003 um 13.932 Personen.

Damit hat die März-Arbeitslosenquote nach vorläufigen Zahlen (nicht saisonbereinigt) heuer mit 7,8 Prozent den höchsten Wert seit 1996 erreicht. Im März 2003 war die Quote nach österreichischer Rechnung noch bei 7,4 Prozent gelegen. Die Eurostat-Quote für Österreich betrug laut AMS Ende März 2004 4,5 Prozent, nach 4,3 Prozent im Vorjahr.

Ein Prozent weniger als im Februar

Gegenüber Februar 2004 ist die Arbeitslosenquote um einen Prozentpunkt niedriger ausgefallen. Die absolute Zahl der Arbeitslosen ist saisonbedingt um 35.124 bzw. 11,6 Prozent gesunken, so das Arbeitsmarktservice (AMS) am Dienstag.

Gegenüber dem Vormonat gesunken ist allerdings nur die Arbeitslosigkeit bei Männern um 35.988 bzw. 18,2 Prozent, während bei der Frauenarbeitslosigkeit ein Anstieg um 864 Personen bzw. 0,8 Prozent registriert wurde.

Weniger Jobsuchende in Ausbildung

In der Arbeitslosenstatistik nicht enthalten war die Zahl der in Schulungen des AMS befindlichen Personen. Betrug sie im März 2003 noch 45.683 Jobsuchende, sank sie dem gegenüber im März 2004 um 4,4 Prozent auf 43.657. Gleichzeitig stieg die Dauer der Arbeitslosigkeit. Sie betrug im heurigen März 154 Tage und war laut AMS um 15 Tage länger als vor einem Jahr.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ist gegenüber März 2003 leicht um 587 Personen auf 3,15 Mio. gestiegen. In diesen Wert sind aber auch die Karenz- und Kindergeldbezieher (107.972) sowie Präsenzdiener (10.533) eingerechnet.

Diese Gruppe legte um 7,221 Personen auf insgesamt 118.505 Menschen zu. Damit sank unterm Strich die Beschäftigtenzahl um 6.634. Die geringfügig Beschäftigten wurden dabei nicht berücksichtigt.

Jobzusagen steigen, Langzeitarbeitslosigkeit auch

Ein Viertel der rund 267.000 registrierten Arbeitslosen in Österreich hat eine Wiedereinstellungszusage. Das sind laut Arbeitsmarktservice (AMS) um über 35 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Gleichzeitig stieg die Zahl der über 6 Monate vorgemerkten Arbeitslosen um 29 Prozent auf 58.419 Personen. Anteilsmäßig haben 83 Prozent aller Arbeitslosen keine abgeschlossene Schulbildung, keinen Pflichtschul- oder Lehrabschluss, so das Wirtschafts- und Arbeitsministerium in einer Pressemitteilung von heute.

Der Dienstleistungsbereich und die Saisonberufe haben im März 2004 die steigende Arbeitslosigkeit in Österreich besonders stark zu spüren bekommen. Bei den Dienstleistern verloren um 8.196 Personen mehr ihren Job als im März des Vorjahres (plus 7,1 Prozent). Die Zahl der arbeitslosen Saisonniers stieg um 4.393 Beschäftigte oder 7,1 Prozent.

Problem im Fremdenverkehr

Signifikant der Anstieg bei den Saisonarbeitern im Fremdenverkehr: plus 11,2 Prozent oder 2.600 Menschen. Die Gewerkschaft hatte immer wieder kritisiert, dass das Kontingent der ausländischen Saisonniers zu groß sei. Etwas mehr Arbeitsplätze gab es bei den Metall/Elektro- und Bauberufen.

Die Arbeitslosigkeit bei den Jugendlichen unter 19 sank um 243 Personen oder 2,5 Prozent. Positive Entwicklung auch bei den Arbeitsuchenden über 50: Dort sank die Zahl der Jobsuchenden um 2.854 Personen oder 5,3 Prozent. Bei den 20- bis 24-Jährigen stieg die Arbeitslosigkeit um 4,1 Prozent an, bei den 25- und 49jährigen gar um 9,9 Prozent.

Die Zahl der Lehrstellensuchenden lag Ende März mit 4.168 um 4,7 Prozent über der Vergleichszahl des Vorjahres. Die beim Arbeitsmarktservice gemeldeten offenen Lehrstellen haben gleichzeitig um 15,7 Prozent auf 2.409 abgenommen. Laut Arbeitsministerium stehen im heurigen Jahr 6.300 Lehrgangsplätze für Jugendliche ohne Job zur Verfügung.

Ministerium sieht Fehler bei AMS

Ein Grund für die gestiegenen Arbeitslosenzahlen sieht das Arbeitsministerium auch in Fehlern beim AMS. "Im Zuge der Homogenisierung des EDV-Systems des Arbeitsmarktservice kam es zu nicht unerheblichen technischen Schwierigkeiten", so das Büro von Minister Martin Bartenstein (V). Die Problembeseitigung sei nun "weitgehend abgeschlossen".

Heimische Arbeitslosenrate EU-weit gering

Nach den Berechnungen des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) ist die österreichische Arbeitslosenquote im März 2004 auch gegenüber dem heurigen Februar nochmals gestiegen. Saisonbereinigt wuchs sie innerhalb eines Monats um 0,1 auf 4,5 Prozent. Damit hatte Österreich EU-weit im März die zweitniedrigste Arbeitslosenrate nach Luxemburg (4,0 Prozent). Die EU-Quote betrug 8,0 Prozent, Spitzenreiter war Spanien (11,2 Prozent) vor Frankreich (9,4) und Deutschland (9,3), so das Arbeitsmarktservice (AMS) heute in einer Aussendung. (APA)

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