Sun Vizepräsident verlässt "angeekelt" Firma

15. April 2004, 10:40
14 Postings

Rich Green war Hauptverfechter Wortführer im Prozess gegen Microsoft - Verbrüderung mit dem Erzfeind sorgt für Wirbel

Vor wenigen Tagen bot sich ein Bild, von dem Pressefotografen wohl träumen: Sun-Chef Scott McNealy und Microsoft-Boss Steve Ballmer traten betont gut gelaunt vor die erstaunte JournalistInnenschar um das Ende aller Konflikte zwischen den beiden Firmen zu verkünden.

Vorgeschichte

Vorangegangen waren ein jahrelanger Rechtsstreit, der vor allem auch von Seiten Suns mit immer wieder mit blumiger Kampfrhetorik angeheizt wurde. So bezeichnete McNealy seine Opponenten schon gerne mal als die "Bestie aus Redmond" oder "Das böse Imperium". Doch all das soll nun der Vergangenheit angehören, Microsoft verpasst Sun eine kräftige Finanzspritze von 1,95 Milliarden US-Dollar im Ausgleich für die Niederlegung aller Gerichtsverfahren. Zusätzlich wurde auch ein breites Kooperationsübereinkommen unterzeichnet, in dessen Rahmen die beiden Firmen Technologie austauschen wollen, unter anderem soll die Zusammenarbeit zwischen Java und .Net verbessert werden.

Doch nicht bei allen stößt diese neu gewonnene Liebe auf Zustimmung, so berichtet "The Register" davon, dass Sun Vizepräsident Rich Green "angeekelt" die Firma verlassen habe. Green war der Hauptverfechter von Java und eine zentrale Figur im Rechtsstreit mit Microsoft.

Neue Gesichter

Auch ansonsten wird bei Sun momentan kräftig umgebaut, neuer Chief Operating Officer ist Jonathan Schwartz, seien ehemaligen Posten als Chef der Softwareentwicklung übernimmt John Loiacono. Dieser will auf dem neuen Abkommen aufbauen und vor allem die Interoperabilität zu den Produkten von Microsoft verbessern. (apo)

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Lustig ist so eine Pressekonferenz: Sun Microsystems CEO Scott McNealy (L) und Microsoft CEO Steve Ballmer nach dem Rauchen der Friedenspfeife

Share if you care.