Microsoft gibt Einblick in neue Lizenzpolitik

14. April 2004, 12:39
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"OEM für System Builder" löst heftige Diskussionen bei Fachhändlern aus

Beim jüngsten EducationForum der COS Distribution GmbH ließ sich Microsoft erstmals in die Karten schauen und hat Details seiner künftigen Lizenzpolitik vorgestellt. Rund 50 Handelspartner des IT-Distributors COS hatten damit die Gelegenheit, mehrere Wochen vor der offiziellen Roadshow, die Microsoft am 22. April in Graz startet, erste Einblicke zu bekommen. Gestartet wird das Programm "OEM für System Builder" mit 1. Juni in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Zielgruppe sind Händler, die Microsoft-Produkte vorinstallieren.

Angebot

"Alle Händler, die dem Kunden eine Dienstleistung anbieten und Programme vorinstallieren sind damit in der Lage Ihren Kunden, mit Hilfe eines lauffähigen Systems, einen sofortigen Mehrwert zu bieten", erklärte Roman Kronberger von Microsoft. Ein OEM (Official Equipment Manufacturer), also ein Hardware-Hersteller oder -Assemblierer, hat demnach zwei Möglichkeiten, Microsoft OEM-Produkte zu erwerben: 1. Über den direkten Lizenzvertrag mit Microsoft. Dies setzt ein bestimmtes Volumen voraus, das in Österreich aber nur einige wenige Unternehmen erreichen. 2. Über OEM-Distributoren, wobei COS einer von vier Distributoren in Österreich ist. Diese für den Fachhändler zugänglichen sogenannten System Builder Versionen sind im 3erPack erhältlich.

Versionen

Künftig wird es zwei Versionen geben, eine frei verkaufbare Version, in dekorativer Verpackung und eine Version, welche nur im Zuge einer Vorinstallation zu vertreiben ist. Vorraussetzung für die Bezugsberechtigung dieser Version ist eine Vertragsunterzeichnung, welche auf dem Systembuilder Web - angeboten wird, durch die sich der Händler einverstanden erklärt, die OEM-Versionen nur vorinstalliert zu verkaufen.

Problematisch

Gerade dieser Vertragspunkt löste beim EducationForum intensive Diskussionen aus, denn was macht der Händler, wenn sein Kunde die neuesten Versionen auf alter Hardware aufspielen will, oder wenn sich der Kunde bei einem Diskonter einen billigen PC kauft und dann vom Fachhändler die Installation der Software wünscht? Kronberger zeigte Verständnis für diese Probleme: "Hier muss ein Umdenkprozess einsetzen bis Kunden lernen, dass es für sie besser ist, gleich beim Fachhändler eine Gesamtlösung inklusive vorinstallierter Software einzukaufen. Wir wollen Sie damit unterstützen, Ihren Kunden einen komfortablen Einstieg in das vorkonfigurierte System anzubieten", sagte Kronberger zu den Fachhändlern und kündigte an, dass Microsoft speziell diesen Aspekt auch in der kommenden Werbekampagne ansprechen wird. (pte)

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