Als Au-Pair ins Ausland: Nicht nur Urlaub

22. März 2005, 15:01
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Wunsch nach Auslandserfahrung, aber nicht genug Geld? Als Au-Pair verbessert man Sprachkenntnisse, lernt andere Kulturen kennen, knüpft neue Kontakte und sammelt Erfahrungen

Au-pair bedeutet im Französischen "auf Gegenseitigkeit" und ist in diesem Fall das Zurverfügungstellen von Unterkunft, Verpflegung und in den meisten Fällen auch Taschengeld gegen Kinderbetreuung und Mithilfe im Haushalt. Damit ist es eine günstige Möglichkeit, ein anderes Land kennen zu lernen und eingerostete Sprachkenntnisse zu verbessern. Jugendliche mit Erfahrung im Umgang mit Kindern haben die Möglichkeit, einen Sommer oder ein Jahr bei einer Familie zu leben und so ihre Sprachkenntnisse zu vertiefen. Besonders betont werden sollte, dass gerade junge Männer meistens begeistert von ihrem Aufenthalt zurückkommen, obwohl sie immer noch nur einen kleinen Teil der Au-Pairs ausmachen.

Nicht nur Urlaub

Klarheit muss allerdings über den Sinn des Aufenthalts bestehen: Als Au-Pair ist man nicht nur Gast, sondern muss Aufgaben übernehmen, die hauptsächlich aus leichter Hausarbeit und der Betreuung von Kindern bestehen. Dabei ist es wichtig, sich nicht als Haussklavin der Gasteltern zu verstehen - Horrorgeschichten über Arbeitszeiten bis spät in die Nacht und über einen Einsatz als "bessere Putzfrau" schrecken Viele vom Abenteuer Au-Pair ab. Seriöse Agenturen vermitteln daher nur Familien, die sie persönlich ausgewählt haben und vereinbaren rechtliche Rahmenbedingungen über Ausmaß von Arbeit und Freizeit. Die Jugendlichen haben beispielsweise einen Anspruch auf mindestens einen Urlaubstag pro Woche, zwei bezahlte Urlaubswochen im Jahr und auf die Zeit zum Besuch eines Sprachkurses. Mag. Maria Waidacher, Geschäftsführerin der Vermittlungsagentur "Au-Pair4you" betont: „Sowohl die Jugendlichen als auch die Gastfamilie sollen von dem Aufenthalt profitieren. Wenn eine Konstellation so gar nicht zusammenpasst, wird eine neue Familie gesucht, keiner ist also ein Jahr lang in einer Gastfamilie gefangen."

Ab ins Ausland

Vermittlungsagenturen bieten Plätze in den USA, Frankreich, England und weiteren europäischen Ländern an. Wen es nach Amerika zieht, der sollte sich auf einen Jahresaufenthalt einstellen, in Europa sind oft auch Plätze als Sommer-Au-Pairs zu vergeben. In den USA gelten relativ strenge Bewerbungsvoraussetzungen. Vermittelt werden nur NichtraucherInnen im Alter von 18 bis 26 Jahren mit PKW-Führerschein, guten Englischkenntnissen und Erfahrung im Umgang mit Kindern und im Haushalt. Die Plätze im englischsprachigen Ausland sind besonders beliebt, wie Mag. Waidacher bestätigt: „Wir vermitteln rund 300 Jugendliche im Jahr, die meisten davon wollen nach Großbritannien, dicht gefolgt von den USA."

Bürokratie

Au-pair-Mädchen und -Burschen sind unfall- und krankenversichert. Die österreichischen Vermittlungsbüros helfen bei der Beschaffung des Visums, damit eine legale Einreise und ein legaler Aufenthalt gewährleistet sind. Eine Organisation auf eigene Faust ist möglich, lohnt sich aber im Normalfall nicht. Die bürokratischen Hürden rund um Aufenthalt und Visum, die Suche nach einer Gastfamilie und die Organisation der Reise selbst können viel Zeit in Anspruch nehmen. Für einen (meist relativ geringen) Betrag übernehmen die Vermittlungsagenturen diese Behördengänge. (az)

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    foto: standard/rudolf semotan
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