Inguschetien: Anschlag auf Sjasikow

7. April 2004, 10:02
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Präsident der russischen Republik unverletzt

Moskau - Der Präsident der russischen Republik Inguschetien ist am Dienstag einem Attentat entgangen. Wie die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS berichtete, überlebte Murat Sjasikow den Anschlag auf sein Auto unverletzt.

Mehrere Leibwächter verletzt

Nach Angaben des Präsidialamtes wurde auf den Konvoi von Murat Sjasikow am Vormittag ein Sprengstoffanschlag verübt. Mehrere Leibwächter des Präsidenten hätten schwerere Verletzungen erlitten. Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug sei in den Präsidentenkonvoi hineingefahren und explodiert, sagte ein Sprecher. Die russische Republik Inguschetien grenzt an Tschetschenien, wo sich Rebellen und die russische Armee seit Jahren einen Krieg liefern.

Nach Angaben russischer Nachrichtenagenturen wurde der Anschlag an der Ausfahrt der Stadt Nasran verübt, der größten Stadt des Landes. Sechs Leibwächter Sjasikows seien in Krankenhäuser gebracht worden. Die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS hatte zuvor berichtet, der Präsident habe den Anschlag unverletzt überlebt. Der Präsidentensprecher sagte, die Hintermänner des Anschlags wollten Inguschetien und die gesamte Kaukasusregion destablisieren.

Harter Tschetschenienkurs

Sjasikow, ein Kreml-treuer Ex-Agent des russischen Geheimdienstes FSB, war vor zwei Jahren zum Präsidenten Inguschetiens gewählt worden, nachdem sein Vorgänger Ruslan Ajuschew überraschend zurückgetreten war. Ajuschew hatte die Tschetschenien-Politik von Präsident Wladimir Putin scharf kritisiert. Sjasikow hatte seit seinem Amtsantritt unter anderem die Politik gegenüber tschetschenischen Flüchtlingen verschärft, die vor dem Krieg in der Nachbarrepublik geflohen sind. (APA/AFP)

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