Fernsehen: Berlin verschwieg Angaben zu Madrider Terrorverdächtigem

7. April 2004, 10:56
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28-Jähriger war seit Ende 2002 polizeilich erfasst und ist derzeit auf freiem Fuß

Leipzig - Die deutsche Bundesregierung hat laut einem Bericht des ARD-Magazins "Fakt" der Öffentlichkeit Informationen zu einem der Terrorverdächtigen von Madrid verschwiegen. Fouad el Morabit Amghar sei bereits seit Ende 2002 in einer Datei des deutschen Bundeskriminalamts und der Landeskriminalämter zu mutmaßlichen Islamisten erfasst gewesen, berichtete das Magazin am Montagabend unter Berufung auf hochrangige Fahnder aus mehreren Bundesländern. Der 28-Jährige habe sich im Oktober vergangenen Jahres mehr als zwei Wochen in Deutschland aufgehalten.

"Entgegen der öffentlichen Darstellung des Bundesinnenministeriums ist Fouad Amghar den deutschen Behörden bekannt gewesen", sagte der Terrorismus-Experte Udo Ulfkotte in dem Fernsehmagazin. Der Verdächtige sei von den saarländischen Behörden in eine "streng geheime" Datei von Bundeskriminalamt und Landeskriminalämtern gespeist worden. Amghar wurde dem Bericht zufolge seit den Anschlägen vom 11. März mehrfach festgenommen. Zur Zeit sei er unter strengen richterlichen Meldeauflagen auf freiem Fuß. Die deutsche Bundesanwaltschaft ermittle weiter gegen ihn. (APA)

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