Lemppenau statt Streicher Voest-Präsident

16. April 2004, 14:05
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Postenkarussell im Aufsichtsrat im Gang

Wien - Die Tage von Rudolf Streicher als Aufsichtsratspräsident der Voestalpine dürften endgültig gezählt sein. Da sich offenbar keine Aktionärsgruppe findet, die den langjährigen Voest-Präsidenten für eine weitere Funktionsperiode vorschlägt, muss der frühere ÖIAG-Vorstand in der Hauptversammlung am 2. Juli seinen Sessel räumen.

Sein Nachfolger soll Joachim Lemppenau werden, Vorstandschef der Volksfürsorge Holding AG. Einschlägiges Know-how habe Lemppenau, der dem Voest-Aufsichtsrat seit fünf Jahren als einfaches Mitglied angehört, beim Mannesmann-Konzern erworben, heißt es in Voest-Kreisen. Sein Stellvertreter wird Ludwig Scharinger, Generaldirektor des Voest-Großaktionärs Raiffeisen-Landesbank Oberösterreich (RLB OÖ).

Für eine Überraschung dürfte die Voest-Mitarbeiterstiftung sorgen - sie soll WU-Professor Ewald Nowotny als Kontrollor nominieren. Paktiert ist indes, dass ÖIAG-Vorstand Peter Michaelis ausscheidet. Die Interessen des staatlichen 15-Prozent-Aktionärs wird der bisherige Vi- ze, ÖIAG-Vorstand Rainer Wieltsch, wahrnehmen. Notar Stefan Kralik dürfte bleiben.

Offen ist hingegen, ob der Industrielle Cornelius Grupp, Ex-ÖIAG-Vorstand Karl Hollweger und Voest-Urgestein Josef Fegerl dem Kontrollgremium weiterhin angehören. Leer geht IV-Präsident und Chef des Zulieferers Miba, Peter Mitterbauer, aus. (DER STANDARD Printausgabe, 06.04.2004 ung)

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