Kritik wegen Spenden für Freiheitsstatue

7. April 2004, 11:31
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Staatliche Stellen der USA prüfen, warum die nach dem Terrorangriff 2001 gesperrte Freiheitsstatue nicht für Besucher geöffnet ist

New York - Die New Yorker Freiheitsstatue, die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr besichtigt werden darf, ist einem Zeitungsbericht zufolge unnötig lange für Besucher gesperrt worden. Wie die New York Times am Sonntag schrieb, ist seit langem vorhandenes Geld zur Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen des Wahrzeichens nicht angetastet worden.

Stattdessen wurden in einer langwierigen Spendenaktion sieben Millionen Dollar (rund 5,8 Millionen Euro) für die Umrüstung gesammelt. Selbst New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg gab - aus seiner privaten Kasse, wie offiziell gemeldet - umgerechnet mehr als 82.000 Euro.

Dabei verfügte eine gemeinnützige Stiftung, die sich um den Erhalt der Freiheitsstatue kümmert, über 30 Millionen Dollar (knapp 25 Millionen Euro) und hätte die Umrüstung des Denkmals mühelos finanzieren können, schrieb die New York Times.

Geld nicht beantragt

Darüber hinaus hätte die zuständige US-Bundesbehörde, der "National Park Service", einen Anspruch auf staatliche Mittel gehabt, unterließ es aber, sie zu beantragen. Nun untersucht das für Staatsliegenschaften und Naturparks zuständige Bundesinnenministerium, ob ein Teil des Geldes für andere Zwecke verwendet wurde.

Die auf einer kleinen Insel unweit vom früheren World Trade Center stehende Statue war nach den Terroranschlägen aus Bedenken um die Sicherheit der Besucher geschlossen worden. Sie soll in diesem Sommer teilweise geöffnet werden. Der Weg in die Krone soll den Besuchern aber auch in Zukunft vorenthalten bleiben, sagte nun Innenministerin Gale A. Norton. Vorige Woche noch hatte sie die komplette Wiedereröffnung der Statue für Ende Juli angekündigt.

Termin ungewiss

Tags darauf sagte ein New Yorker Behördensprecher, erst wenn der Einbau umfangreicher Sicherheitsanlagen im Inneren des Denkmals abgeschlossen sei, könnten Besucher wieder bis zur Aussichtsplattform in der Krone vorgelassen werden, und meinte abschließend: "Wann das so weit sein wird, können wir derzeit nicht sagen." (dpa, kps, Der Standard, Printausgabe, 06.04.2004)

  • Die New Yorker Freiheitsstatue, die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr besichtigt werden darf, ist einem Zeitungsbericht zufolge unnötig lange für Besucher gesperrt worden.
    foto: photodisc

    Die New Yorker Freiheitsstatue, die seit den Anschlägen vom 11. September 2001 nicht mehr besichtigt werden darf, ist einem Zeitungsbericht zufolge unnötig lange für Besucher gesperrt worden.

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