Deutschland: Vorsprung von Werder Bremen schmolz

9. April 2004, 13:23
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Nur 1:1 gegen Freiburg - Dortmund nach 4:1 gegen Bochum im Aufwärtstrend - Rückendeckung für Jara

Bremen - Der Vorsprung schmilzt, doch bei Werder Bremen, Spitzenreiter der deutschen Fußball-Bundesliga, wurde am Sonntag nach dem mageren Heim-1:1 gegen den SC Freiburg Gelassenheit zur Schau getragen. "Wir haben gejubelt, als wir vier Punkte vor der Konkurrenz lagen. Jetzt sollen wir bei sieben Zähler nervös werden?", fragte Trainer Thomas Schaaf. Zumindest schöpft man beim Verfolger FC Bayern wieder Hoffnung. "Mal sehen, was Werder weiter macht", unkte Michael Ballack.

Schaaf behielt nach dem unbefriedigenden Ausgang aber die Nerven. "Wir bekommen doch jetzt keine Angst. Es wird uns ohnehin in den kommenden Spielen nichts geschenkt." Der Werder-Coach hatte in dieser Begegnung volles Risiko genommen und seine gesamte Offensivabteilung auf den Platz geschickt. Doch der gewünschte Erfolg blieb aus.

Bei Borussia Dortmund ist unterdessen die Zukunft trotz des sportlichen Aufwärtstrends ungewiss. Auch nach dem 4:1-Erfolg über Bochum scheuten Spieler, Trainer und Manager eindeutige Aussagen zur Personalplanung für die kommende Saison. Niemand weiß, wer am Ende der Saison den in Finanznöte geratenen Klub verlassen muss. Erst die Gewissheit, dass die Borussia nach einer Horror-Saison mit immer neuen sportlichen Rückschlägen und negativen Schlagzeilen doch noch den Sprung in den UEFA-Cup schafft, könnte für mehr Planungssicherheit sorgen.

Mit dieser für ihn unbefriedigenden Lage hat sich auch Trainer Matthias Sammer längst arrangiert. "Sicher ist, dass wir ein, zwei Spieler auf keinen Fall halten können. Bei anderen hängt es davon ab, wo wir am Ende stehen." Amoroso, Reuter, Herrlich und voraussichtlich Oliseh werden von der Gehaltsliste gestrichen. Zudem gilt der Verkauf von Rosicky als ausgemachte Sache. Die jüngsten Berichte über ein Offerte von Real Madrid für den momentan verletzten Spielmacher wollte BVB-Manager Michael Meier allerdings nicht bestätigen.

Während der Tscheche vor einem Abschied aus Deutschland steht, könnte mit Carsten Jancker ein alter Bekannter in die Bundesliga zurückkehren. Der frühere Rapid- und Bayern-Stürmer ist beim 1. FC Kaiserslautern, dem Klub von Trainer Kurt Jara, im Gespräch. Der Tiroler, der bei der 0:2-Heimniederlage gegen die Bayern auf viele frühere Stammspieler verzichtet hatte, bekam von Vereins-Boss Rene Jäggi Rückendeckung. "Der Trainer erklärte mir plausibel, warum wer spielt oder eben nicht. Ich unterstütze seine Linie. Er hält sich an Prinzipien, gnadenlos, erklärte Jäggi.(APA/dpa)

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