Neue Falle für Internet-Benützer: Teure Satellitenverbindungen

13. April 2004, 10:15
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Kosten bis zu 3,67 Euro pro Minute - Auch ADSL-Kunden müssen aufpassen

Über eine neue Falle, die auf Internet-Benützer lauert, berichteten die Oberösterreichischen Nachrichten (OÖN) in ihrer Montag-Ausgabe. Wer nicht aufpasst, wählt sich über teure Satellitenverbindungen ins Netz ein. Dann drohen Kosten bis zu 3,67 Euro pro Minute.

Sex-Homepages, Horoskope-Seiten oder beim Klingeltöne-Download

Nach den inzwischen den Internet-Usern bekannten 0930-Mehrwertnummern werden ihnen demnach seit neuestem auch die 0088-Satellitenverbindungen ganz unauffällig angeboten. Die Gefahren lauern auf zehntausenden Internetseiten: Sex-Homepages, Horoskope-Seiten oder beim Klingeltöne-Download. Ein falscher Klick und die billige Einwahl-Telefonnummer wird durch eine teure Mehrwertnummer ersetzt. Dann kostet die Verbindung nicht mehr etwa um einen Cent pro Minute, sondern satte 3,67 Euro.

Auch ADSL-Kunden müssen aufpassen

In die Falle tappen können nur Internet-User, die mit einem Modem arbeiten. Einzige Ausnahme: Auch ADSL-Kunden müssen aufpassen. Ist das Modem noch angesteckt, kann es sein, dass plötzlich dieser Weg ins Netz gewählt wird und wieder 3,67 Euro pro Minute verrechnet werden. Die Folgen können dramatisch sein. "Wir haben dutzende Kunden, die plötzlich 3.000, 4.000 Euro Verbindungsentgelte bezahlen sollen", zitieren die OÖN einen Telekom-Mitarbeiter. Inzwischen legen pro Woche 2.000 Österreicher, die in diese Dialer-Falle getappt sind, Einspruch ein.

Verzehnfacht

Diese Einsprüche hätten sich seit Jänner verzehnfacht, bestätigt der Telekom-Mann. Derzeit seien 50 Telekom-Mitarbeiter mit dem Bearbeiten dieser Beschwerden beschäftigt, in nächster Zeit sollen weitere 100 Arbeitskräfte aufgenommen, um die Flut an Briefen überhaupt bewältigen zu können. "Wir hoffen, dass die Zunahme nicht mehr derart krass ausfällt, sonst bräuchten wir 300 oder gar 400 neue Leute", so der Telekom-Angestellte.

Recht

Dass die Telekom an den Verbindungen verdient, bestätigte Walter Tratz von der Abteilung "Kundenrecht": Hat das Unternehmen die 0930er-Nummer selbst vergeben, kassiert die Telekom etwa ein Drittel vom Entgelt. Davon müssen die Verrechnung, die Ausfälle und die Verbindungen bezahlt werden. Ist die 0930er-Nummer an einen alternativen Telefonanbieter vergeben, der die Nummer weitervermietet, dann fließen nur noch zehn Prozent des Entgeltes plus 0,021 Cent pro Minute ins Telekom-Budget. (APA)

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Oberösterreichischen Nachrichten

Für eine unverbindliche Erstberatung in Streitschlichtungsfällen hat die RTR-GmbH ein Call Center unter der Nummer 0810 511 811 eingerichtet. Empfehlungen zum Schutz von Dialern sowie für die Gestaltung von "seriösen" Dialer-Programmen gibt die RTR auf ihrer Homepage unter "www.rtr.at".

Jeder Telekom-Kunde kann die 0930er-Mehrwertnummer für seinen Apparat gratis sperren lassen (Gebührenfreies Telefon 0800 100 100). Das Sperren der Satelliten-Nummern (0088) kostet etwa fünf Euro. Bis Jahresende sollen die Mehrwertnummern 0909 und 0939 automatisch gesperrt werden und nur auf ausdrücklichen Wunsch der Telekom-Kunden freigeschaltet werden.

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