Heute: Die Angst der Kanoniere

6. April 2004, 23:26
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Arsenal fürchtet im Viertelfinal-Rückspiel gegen Chelsea zweiten KO-Schlag innerhalb von vier Tagen - Real muss beim AS Monaco ran

Wien - Das Traum-Halbfinale gegen Real Madrid vor Augen, den Titelgewinn im Sinn - aber den ersten Rückschlag noch frisch in den Knochen: Nach der geplatzten Triple-Hoffnung durch das Cup-Out gegen den ewigen Rivalen Manchester United will Arsenal den zweiten K.o.-Schlag innerhalb von vier Tagen verhindern. Und zwar am Dienstag im Viertelfinal-Rückspiel der Fußball-Champions League gegen den Londoner Lokalrivalen Chelsea. Das erste Derby an der Stamford Bridge endete vor zwei Wochen 1:1.

"Unsere Ziele sind unverändert: Wir wollen in der Premier und Champions League erfolgreich sein. Ich bin sicher, dass wir diese Vorhaben umsetzen können", betonte Arsene Wenger, der Feldherr der Kanoniere. Auch Top-Favorit Real Madrid gibt sich vor dem zweiten Duell mit AS Monaco nach dem 4:2-Heimspielsieg äußerst siegessicher: "Ich bin fit wie nie. Wir werden Monaco schlagen und hoffen dann auf Chelsea", verkündete Roberto Carlos vor der zweiten Dienstag-Partie großmaulig.

0:0 reicht Arsenal

Nach dem Remis im ersten Londoner Derby spricht vieles für die Gunners, denen bereits ein 0:0 reichen würde. Sie haben die jüngsten 17 Duelle mit den Blauen nicht verloren, außerdem hat Chelsea in Highbury seit 1990 kein einziges Pflichtspiel gewonnen. "Es wird ein massives Spiel. Wir müssen alles geben, um uns durchzusetzen", fordert Wenger, der ausgerechnet vor dem Spiel gegen den Erzrivalen große Personalsorgen in Abwehr und Angriff hat.

Ljungberg (Handbruch) und Reyes erlitten gegen ManU schweren Blessuren, Cole und Cygan fehlen ebenfalls verletzungsbedingt. "Darin liegt unsere Chance", glaubt Chelsea-Coach Claudio Ranieri. Er muss zwar auf den gesperrten Abwehrstrategen Marcel Desailly verzichten, doch er zieht seine Zuversicht auch aus der bisher tadellosen Bilanz: In allen fünf Auswärtsspielen siegte Chelsea ohne Gegentor. "Das ist eine tolle Serie - und ich baue darauf, dass sie hält", so Ranieri.

Real ohne Beckham

Den vom brasilianischen Abwehrstar Roberto Carlos schlichtweg vorausgesetzte Aufstieg muss Real ohne Beckham realisieren. Der Engländer ist gesperrt und wird durch Fernandez ersetzt. Trainer Carlos Queiroz stauchte seine Asse trotz des 2:1-Sieges in Albacete zusammen, denn gegen den Außenseiter erlaubten sich die "Königlichen" viele Patzer. "Das Schlimmste, was uns passieren kann, ist, dass wir zu selbstsicher ins Monaco-Spiel gehen", warnte ein Vorstandsmitglied. Denn der Sprung unter die besten Vier in Europa ist fest eingeplant.

In den Reichen des Gegners macht Didier Deschamps auf Understatement. "Real ist für uns mindestens eine Nummer zu groß", behauptet der französische Monaco-Coach. Doch auch wenn ihm die Defensiv-Asse Squillaci, Zikos und Bernardi fehlt, hoffen seine Akteure insgeheim auf eine Sensation. "Es wäre wunderbar, wenn wir gegen das große Weiße Ballett weiterkommen. Wir werden alles versuchen", sagt Morientes. Der Torjäger mit Real-Vergangenheit weiß um die Schwächen der anfälligen Real-Abwehr und ist neben seinem Sturm-Kollegen Prso (je sechs Treffer im laufenden Bewerb) der Hoffnungsträger.

Kaum Hoffnung besteht mehr für Deportivo La Coruna am Mittwoch, auch wenn die Galizier daheim antreten. Titelverteidiger AC Milan beginnt das Spiel mit einem 4:1-Vorsprung. Der noch regierende UEFA-Cup-Sieger FC Porto verteidigt im zweiten Mittwoch-Spiel in Lyon gegen den französischen Meister Olympique ein 2:0-Guthaben. Die Semifinali werden am 20./21. April bzw. 4./5. Mai ausgetragen, das Endspiel steigt am 26. Mai in Gelsenkirchen.(APA)

  • Ungewohnt: Die Chelsea-Spieler trainieren im Highbury.

    Ungewohnt: Die Chelsea-Spieler trainieren im Highbury.

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