13.000 t Getreide in Estland verschwunden: Minister tritt zurück

6. April 2004, 15:59
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Allein im vergangenen März gingen 300 Tonnen verloren - Diebstähle begannen bereits 1999

Tallinn - Estlands Landwirtschaftsminister Tiit Tammsaar ist wegen einer Affäre um verschwundene staatliche Getreidevorräte zurückgetreten. "Meine Schuld in der Sache ist nicht einmal so groß wie ein Getreidekorn, aber im Sinne der politischen Tradition trete ich zurück", sagte der Minister am Wochenende im Fernsehen. Im März war in dem künftigen EU-Mitgliedsstaat ans Licht gekommen, dass ein Drittel der staatlichen Getreidevorräte spurlos aus einem Speicher verschwunden war. Dabei handelte es sich um rund 13.000 Tonnen vorwiegend Roggen im Wert von 20 Millionen estnischen Kronen (1,25 Millionen Euro).

Diebstähle begannen bereits 1999

Eine Sprecherin des Landwirtschaftsministeriums teilte mit, ersten Nachforschungen zufolge hätten die Diebstähle 1999 angefangen und die Amtszeiten mehrerer Minister überdauert. Nachfolgerin des Landwirtschaftsministers wird die frühere Chefin der estnischen Landwirtschafts- und Handelskammer, Ester Tuiksoo. Doch schon vor ihrem Amtsantritt gab es Informationen über neue Kornschiebereien. Nach der Beschwerde einer Firma über ausgebliebene Getreidelieferungen wurde eine Mühle in Tamsalu überprüft. Dabei wurde festgestellt, dass 300 Tonnen Weizen fehlten. (APA/AFP)

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    Beim verschwundenen Korn handelte sich um rund 13.000 Tonnen vorwiegend Roggen im Wert von 20 Millionen estnischen Kronen (1,25 Millionen Euro).

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