Mehr Ressourcen für "weiche" Konfliktverhütung

22. April 2004, 20:38
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Grüne fordern anlässlich des 10. Jahrestages des Genozids in Ruanda die Umsetzung der UNO-Resolution zu Frauen und Frieden

Wien - Eine rasche Umsetzung der UNO-Sicherheitsresolution 1325 zu Frauen, Frieden und Sicherheit fordert Ulrike Lunacek, außenpolitische Sprecherin der Grünen, aus Anlass des 10. Jahrestages des Genozids in Ruanda. Die Internationale Gemeinschaft müsse die Lehren aus dem Völkermord im Zentralafrikanischen Binnenstaat für eine erneuerte Außen- und Sicherheitspolitik ziehen. "Sie muss die Einbeziehung und das Empowerment von Frauen genauso forcieren wie den Ressourcentransfer von der 'harten' militärischen Sicherheit hin zum 'weichen' Bereich der Konfliktverhütung," so Lunacek in einer Aussendung am Montag.

Nichtbeachtung von frauenspezifischen Erfahrungen

Der eindrucksvolle Bericht der ruandischen Abgeordneten Connie Sekamana am 8. März in Wien habe bewiesen, dass die Nichtbeachtung der Erfahrungen und des Wissens von Frauen vor den Gewalttaten ein Grund (von mehreren) war, dass die Situation derart eskalieren konnte. Und, so betont Lunacek, die neue Regierung und die erstarkten Frauenorganisationen in Ruanda haben die Konsequenzen gezogen und eine weltweit einzigartige Beteiligung von Frauen in der neuen Verfassung verankert: Mindestens 30 Prozent Frauen im gesamten öffentlichen Bereich. Das Parlament hat einen Rekordprozentsatz von fast 50 Prozent weiblichen Abgeordneten.

Zeitbombe

100-prozentige Garantie gegen das neue Aufleben von Gewalt, sei dies, so Lunacek nicht. Doch ohne die demokratische Beteiligung von Frauen lebe das Land "mit einer Zeitbombe", wie Sekamana, laut Lunacek, von der Überzeugung vieler ihrer Landsleute zu berichten wusste. (red)

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    1994: Ruandische Flüchtlinge am Flughafen von Kisangani
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