Serbisch-montenegrinischer Minister warnt vor Terror im Kosovo

6. April 2004, 15:59
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Sicherheitsprobleme im Kosovo seien nicht ohne Staatengemeinschaft lösbar

Belgrad - Der serbisch-montenegrinische Verteidigungsminister Boris Tadic warnt vor einer "dauernden" Gefahr neuer Terroranschläge im Kosovo und im Süden Serbiens, berichtet heute Montag die Belgrader Tageszeitung "Politika". Der Verteidigungsminister hält eine starke diplomatische Initiative Belgrads zwecks Aufnahme des Staatenbundes in die NATO-Friedenspartnerschaft daher für "außerordentlich wichtig".

Ohne die Staatengemeinschaft könne Serbien-Montenegro die Sicherheitsprobleme im Kosovo gar nicht lösen, unterstrich der Minister. Auch bei der jüngsten Gewaltwelle im Kosovo wurde laut Tadic ein Großteil der Arbeit durch Kontakte seines Verteidigungsministeriums mit der NATO-Allianz, bzw. ihrem Befehlshaber in Südeuropa, Admiral Gregory Johnson, erledigt.

Aufnahme in NATO-Friedenspartnerschaft nicht vor Juni

Der NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer ließ Ende vergangener Woche allerdings wissen, dass die Aufnahme des Staatenbundes in die NATO-Friedenspartnerschaft wahrscheinlich nicht im Juni zu erwarten sei.

Die serbisch-montenegrinischen Streitkräfte hätten keinen einzigen Schritt getan, welcher sie von dem Beitritt zur Friedenspartnerschaft entfernen würde, ist sich indes Tadic sicher. Er appellierte zur Erfüllung der Voraussetzungen (für den Beitritt), "wenn es dafür an der Zeit" sei. Gemeint ist vor allem die Zusammenarbeit mit dem Haager Kriegsverbrechentribunal.

Der serbisch-montenegrinische Verteidigungsminister hat nach dem Regierungswechsel in Serbien allerdings einen sehr begrenzten politischen Einfluss. Seine Demokratische Partei ist nämlich seit Anfang März in Opposition. Er selbst wollte ebenfalls zurücktreten, hatte es sich nach dem Ausbruch der Gewalt im Kosovo Mitte März aber anders überlegt, erläuterte der Minister. (APA)

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