Brutaler Banküberfall in Norwegen

7. April 2004, 11:31
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Passanten angeschossen und Polizisten getötet - Überfall war generalstabsmäßig geplant und äußerst gewalttätig

Stavanger - Bei einem generalstabsmäßig geplanten und äußerst brutalen Banküberfall haben Gangster am Montag in der norwegischen Stadt Stavanger einen Polizisten erschossen und einen weiteren verletzt. Wie ein Behördensprecher bestätigte, konnten die Bankräuber flüchten, nachdem sie zuvor die Ausfahrt der Polizeizentrale und Kreuzungen mit brennenden Kleinlastern blockiert hatten.

Medienberichten zufolge feuerten die mit Helmen, Gasmasken und schusssicheren Westen ausgerüsteten Täter mit ihren Maschinenpistolen auch auf unbeteiligte Passanten, die das Geschehen auf dem Domplatz der westnorwegischen Stadt verfolgten. Einer der Bankräuber wurde durch Schüsse der Polizei verletzt, konnte aber mit den anderen fliehen.

"Wie in einem Hollywoodfilm"

"Wie in einem Hollywoodfilm" seien die wahrscheinlich sechs Männer in drei Autos durch das Zentrum von Stavanger gerast, hieß es in Augenzeugenberichten. Das Feuergefecht zwischen der Polizei und den Räubern soll mehrere Minuten gedauert haben.

Beim Überfall auf die Bargeldzentrale "Norsk Kontantservice" im Gebäude der norwegischen Nationalbank setzten die Täter Tränengas ein. Tödlich getroffen von Schüssen der flüchtenden Räuber wurde ein 50-jähriger Beamter, der im Wagen der Einsatzleitung saß. Sein neben ihm sitzender Kollege erlitt erhebliche Verletzungen.

Beim Wechsel der Fluchtwagen setzten die Räuber ihre ersten drei Autos in Brand und blockierten mit ihnen Kreuzungen. Die Polizei setzte eine landesweite Großfahndung in Gang. Auch mehrere Stunden nach dem Überfall machte sie keine Angaben zur Beute.(APA/dpa)

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