Studie: Telekombranche verschenkt Online-Potenzial

13. April 2004, 10:15
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Deutliche Schwächen beim Internetauftritt - Mobilkom auf Platz 5, Telekom Austria an elfter und Tele2 an letzter Stelle

Das IT-Beratungsunternehmen Cambridge Technology Partners (CTP) hat die Internetportale von 15 Telekomunternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unter die Lupe genommen und ein hartes Urteil gefällt. "Die Telcos verschenken teilweise ihr Potenzial zur Differenzierung, Kundenbindung und Umsatzsteigerung", fasste CTP-Unternehmenssprecherin Marina Walser die Ergebnisse im Gespräch mit der APA zusammen. Demnach erreichte der beste Anbieter nur knapp die Hälfte der möglichen Punktezahl.

Abgeschlagen

Der Mobilfunk-Marktführer in Österreich, Mobilkom Austria, erreichte in der Gesamtwertung den fünften Platz, die Konzernmutter Telekom Austria (TA) kommt mit ihrem Auftritt nur auf den elften Rang. Das Telekomunternehmen Tele2 landete an der letzten Stelle. Bei letztgenanntem Unternehmen habe man zwar die deutsche Website untersucht, die Ergebnisse können laut Walser aber großteils auf das österreichische Pendant umgelegt werden, da rund 80 Prozent des Portals ident seien.

Umsetzungsprobleme

Während die Mobilkom beim Leistungsangebot punktet, aber in der Umsetzung hinterherhinkt, verhält es sich bei der TA umgekehrt: Defizite bei der Leistung stehen guten Werten bei der Umsetzungsqualität gegenüber. "Aber nur wer beides gut macht, wird Erfolg haben", so Walser. Eine weitere Kritik betrifft fehlende Kontaktmöglichkeiten: "Telekomunternehmen, die nicht angerufen werden wollen, sind wirklich skurril."

Mangelnde Infos

Besonders schlecht schnitt bei allen Anbietern der Bereich Tarif-Informationen ab. "Die Namen sagen nichts aus und sind sehr marketinglastig. Wer weiß schon, ob der 'Fun'-Tarif zu einem passt, oder doch eher der 'Excite'", erklärte Walser. Mit den vielen verschiedenen Tarif-Paketen und Fußnoten würden sich die Betreiber "keinen guten Dienst erweisen". Im Web habe man nicht wie im Geschäft einen verständigen Berater, der das richtige Angebot rausfiltere. "Bei vergleichbaren Tarifangeboten kann das im Kampf um Wechselwillige schon entscheidend sein", erklärte Walser. (APA)

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