Bremer soll über Chancen für Machtübergabe informieren

5. April 2004, 18:44
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Senatoren halten bisherigen Termin für verfrüht - Warnung vor "schrecklichem Bürgerkrieg"

Washington/Bagdad - US-Zivilverwalter Paul Bremer soll angesichts eskalierender Gewalt im Irak den US-Senat über die Chancen einer Machtübergabe an die Iraker zum 30. Juni informieren. Wie die "New York Times" berichtete, verlangt der Vorsitzende der Außenpolitischen Ausschusses des Senats, Richard Lugar Antworten auf zentrale Fragen zur inneren Sicherheit im Irak. Der Republikaner Lugar hatte am Sonntag im US-Sender ABC gemeint, möglicherweise sei dieser Termin verfrüht. Bremer werde Anfang der Woche in Washington erwartet.

Der demokratische Senator Joseph Biden befürchtet, dass die Iraker auf lange Sicht nicht in der Lage seien, die innere Sicherheit ihres Landes übernehmen zu können. Es müsse etwas geschehen oder es drohe ein schrecklicher Bürgerkrieg, sagte Biden am Sonntag dem US-Sender FOX News. Das Weiße Haus will am Zeitplan für die Übergabe der Souveränität festhalten.

Die Spannungen zwischen radikalen Schiiten und den Koalitionstruppen im Irak waren am Sonntag eskaliert. Dabei sollen nach Militärangaben und Medienberichten mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen sein.

Bei Kämpfen zwischen US-Besatzungstruppen und der radikalen schiitischen Miliz "Mahdi-Armee" wurden am Sonntagabend in der Bagdader Vorstadt Sadr-City sieben US-Soldaten getötet und mindestens 24 weitere verletzt. (APA/dpa)

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