Signale des Körpers

13. April 2004, 12:01
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Die Erhebung, Verarbeitung und Analyse von Daten, die am Menschen gemessen werden, ist eine der Grundlagen der Telemedizin. In der Biosignalforschung geht es darum, aus den Unmengen der erhobenen Werte mit Computerunterstützung relevante Informationen zu filtern. Das ist angesichts der Datenflut nicht einfach und besonders heikel. Denn wenn sich ein Programm irrt und Zahlen falsch interpretiert, kann das eine richtige Diagnose verhindern.

Eine Anwendung der Biosignalanalyse ist die Verarbeitung von Elektrokardiogrammen (EKGs), mit denen die Herzaktivität beobachtet wird. Mithilfe spezieller Algorithmen lässt sich aus diesen Kurven errechnen, ob ein Patient ein Risiko für Herzflimmern hat.

Aus bloßen Zahlenkolonnen, die bei Messungen am Oberkörper anfallen, kann Bernhard Tilg von der Innsbrucker Privatuni UMIT sogar detaillierte Bilder über Vorgänge im Herz errechnen. "So können wir etwa den Ursprung und Verlauf von Herzflimmern analysieren." Bisher mussten Mediziner langwierig einen Katheter bis ins Innere des Herzens vorschieben, um diese Information zu erhalten. Das Verfahren stehe nach erfolgreichen Studien derzeit "kurz vor der klinischen Etablierung", so Tilg. (strau/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5. 4. 2004)

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