"Unbedeutende" Menschenleben

7. April 2004, 19:13
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Präsident Kagame wirft anlässlich des 10. Jahrestages des Völkermordes in Ruanda internationaler Gemeinschaft Rassismus vor

Kigali - Ruandas Präsident Paul Kagame hat der internationalen Gemeinschaft vorgeworfen, den Völkermord vor zehn Jahren in seinem Land absichtlich nicht verhindert zu haben. "Wie kann es sein, dass eine Million Menschenleben in Ruanda von irgendjemandem als derart unbedeutend angesehen werden können - sei es aus strategischen Überlegungen oder aus Gründen der nationalen Sicherheit", sagte Kagame zum Auftakt einer Konferenz zum zehnten Jahrestag der Massaker von 1994.

Rassistische Gründe

Er könne nur hoffen, dass das "Verhalten der mächtigen Nationen damals keine rassistischen Gründe" gehabt habe. Bei Gräueltaten extremistischer Hutus waren nach Schätzungen des Internationalen Ruanda-Tribunals binnen dreier Monate rund 800.000 Tutsis und gemäßigte Hutus getötet worden.

Die UNO-Truppen in Ruanda hatten 1994 kein Mandat, die Massaker zu stoppen. Stattdessen beschloss der Sicherheitsrat sogar, die UN-Truppe auf 450 Mann zu verkleinern. Seither haben zahlreiche Politiker weltweit ihr Bedauern ausgedrückt, nicht mehr zur Verhinderung des Völkermords unternommen zu haben. Kagame war 1994 Anführer einer Rebellenarmee der Tutsis, die die Herrschaft der Hutu-Extremisten und den Völkermord beendete. (APA/Reuters)

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    Paul Kagame

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