Stromstoß für VA-Tech-Energie

16. April 2004, 14:04
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Ex-Siemens-Mann wird Vorstand in Sparte Energieverteilung

Linz/Wien - Die Suche nach Managementverstärkung für die angeschlagene Sparte Energieübertragung und -verteilung (T&D) des Anlagenbaukonzerns VA-Tech ist abgeschlossen: Anfang April wurde Artur Fuchs, bisher Leiter der Transformatoren-Division der deutschen Siemens AG, zum dritten T&D-Vorstand berufen, erfuhr DER STANDARD aus VA-Tech-Kreisen.

Der 47-Jährige, der bei Siemens mit 3500 Mitarbeitern rund 500 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftete, soll das Duo Klaus Brenner und Klaus Rinnerberger verstärken und die in den wichtigen Märkten Amerika und Golfregion unter rückläufigen Investitionen und anhaltendem Margendruck leidende T&D wieder auf Vordermann bringen, hieß es dazu im Konzern.

Viel Arbeit

Auf Fuchs, einen brasilianischer Staatsbürger, der vor seiner Siemens-Zeit bei ABB werkte, wartet nun viel Arbeit, denn das T&D-Transformatorengeschäft ist in jüngster Zeit besonders unter Druck, mit leichter Markterholung ist erst im zweiten Halbjahr 2004 zu rechnen.

Die gesamte T&D musste 2003 bei einem auf 1,9 Mrd. Euro leicht reduzierten Umsatz einen Ergebniseinbruch (Ebit) von 50 auf 15,8 Mio. Euro hinnehmen. Kapazitätsanpassungen sind insbesondere im Trafo-Bereich notwendig. Insgesamt werden heuer rund 800 T&D-Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren.

Fuchs' Engagement beim Linzer Anlagenbaukonzern wird in der Branche auch als Antwort auf den Einstieg von Ex-VA-Tech-Vorstand Georg Antesberger in der Chefetage von Siemens Österreich gewertet. Der "Trafo-Import" aus Erlangen sei so etwas wie die "Retourkutsche", heißt es.

Im VA-Tech-Konzernvorstand vertritt T&D wie bisher Klaus Brenner. (DER STANDARD Printausgabe, 05.04.2004, Luise Ungerboeck)

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