Raiffeisen OÖ stockt Führungsteam auf

20. April 2004, 11:40
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Die Umwandlung der Raiffeisen Landesbank Oberösterreich in eine AG hat nun Konsequenzen im Management - Laut RLB-Boss Scharinger sei die Eigenkapitalsituation so gut, dass ein Börsengang hinfällig sei

Geinberg - Die Raiffeisen Landesbank OÖ (RLB) hat bei ihrer Umwandlung von einer Genossenschaft in eine Aktiengesellschaft den Vorstand von vier auf sechs Mitglieder erweitert: Neu sind Heinz Schaller (44), zuständig für Wertpapiere und Marketing, und der Controller Markus Vockenhuber (43). Beide kommen aus der RLB. Ludwig Scharinger, Hans Schilcher, Georg Starzer und Helmut Schützeneder gehörten bereits bisher dem Vorstand an.

Seit der Umwandlung in der Vorwoche sind die 125 OÖ-Raiffeisen-Banken über stimmberechtigte Genussrechte RLB-Aktionäre. Sie können für heuer eine Dividende von 15 bis 17 Prozent auf das Nominale von 64 Mio. Euro erwarten, so Scharinger.

Mit Eigenmitteln von 1,7 Milliarden Euro zähle man zu den eigenmittelstärksten Banken in Österreich. Damit sei ein Börsengang hinfällig. Scharinger: "Wir haben genug Eigenmittel, wir finanzieren die Expansion nicht über die Börse, auch nicht die in den Osten."

Vorsitz im Aufsichtsrat der Voest noch offen

Noch nicht entschieden sei, wer künftig den Vorsitz im Aufsichtsrat der Voest übernimmt. Die RLB ist mit fast 17 Prozent größter Einzelaktionär. Scharinger will zwar im Aufsichtsratspräsidium vertreten sein, nicht aber den Präsidentenjob übernehmen.

Sicher ist, das der bisherige Chef Rudolf Streicher nicht mehr gewählt wird. Und schlechte Karten hat auch Peter Mitterbauer, Noch-Präsident der Industriellenvereinigung; ihm werden zwar Ambitionen nachgesagt, allein ihm fehlt die breite Unterstützung.

Offen ist derzeit auch noch das Rennen um die Nachfolge der VA-Tech-Chef Erich Becker und Roland Scharb. Die Entscheidung, wer Chef wird, fällt zwischen VAI-Chef Gerhard Falch und Elin/EBG-Boss Klaus Sernetz.

Headhunter

Der VA-Tech-Finanzvorstand wird mittels Headhunter gesucht. Gut möglich, dass Erich Ennsbrunner (derzeit Finanzvorstand des Industrieanlagenbaus) das Rennen macht. Er hat schon unter Scharb als Bilanzfachmann gearbeitet.

Fix ist laut Scharinger, der im Aufsichtsrat der VA-Tech sitzt, dass es zu einer Kapitalerhöhung um 100 bis 200 Mio. Euro kommt. Die ÖIAG, die 16 Prozent an der VA-Tech hält, dürfte dabei nicht mitziehen. Als Spekulation bezeichnete Scharinger Gerüchte, dass statt der ÖIAG Siemens bei der VA-Tech einsteigt.

400 Unternehmen

Scharingers eigenes weit verzweigtes Beteiligungs-Portfolio (Salinen, Intertrading, Hypos in Salzburg und Oberösterreich) von fast 400 Unternehmen hat im Vorjahr 43 Mio. Euro (2002: 40 Mio.) ausgeschüttet. Die Rendite laut Scharinger: 13,4 Prozent.

Namensgeber war Scharinger im Vorjahr auch für den auf seinen Spitznamen "Luigi Monetti" getauften Riesling aus dem Kremstal. Laut Etikett besitzt er "ein überaus charmantes Bukett mit Anklängen von Pfirsich und Marille. Ein schöner Vertreter vom großen Jahrgang 2003". (DER STANDARD Printausgabe, 05.04.2004, Claudia Ruff)

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