Abdelmajid Farkhet wird als Drahtzieher der Madrider Anschläge gehandelt

9. April 2004, 18:11
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Vom Studenten zum fanatischen Terrorchef

Madrid - Der Tunesier Serhane ben Abdelmajid Farkhet, der als Drahtzieher der Anschläge des 11. März in Madrid gesucht wurde und sich mit drei weiteren mutmaßlichen Terroristen in die Luft sprengte, galt als glühender Anhänger des El-Kaida-Anführers Osama bin Laden.

Dabei soll der 35-Jährige alles andere als ein Fundamentalist gewesen sein, als er vor acht Jahren zu einem Betriebswirtschafts-Studium nach Madrid reiste. "Damals rauchte er und trank sogar Alkohol", erinnerte sich ein Einwanderer aus Nordafrika in der Presse.

Im Laufe der Jahre sei "Der Tunesier", so sein Spitzname, aber immer radikaler und fanatischer geworden. Das ging so weit, dass er aufhörte, die Große Madrider Moschee zu besuchen, weil ihm die Muslime und der Imam dort zu gemäßigt erschienen. Stattdessen verfolgte er die Reden Bin Ladens in arabischen Fernsehsendern und beschimpfte Kritiker als "Ungläubige".

Sein Studium habe er schließlich aufgegeben und sich seinen Lebensunterhalt zuletzt als Immobilienmakler verdient.

Ben Abdelmadschid soll rhetorisch so gewandt gewesen sein, dass er anderen regelrecht "das Gehirn waschen konnte". In dem gegen ihn erlassenen Haftbefehl heißt es, er habe die Menschen in seiner Umgebung zum "Heiligen Krieg" aufgestachelt. Er sei "das dynamische Element" der Madrider Terrorzelle gewesen. Die Anschläge des 11. März soll er bereits 2003 geplant haben.

Auf die Spur des 35-Jährigen waren die Ermittler gekommen, weil er südlich von Madrid ein heruntergekommenes Landhaus gemietet hatte, das den Terroristen als Bombenwerkstatt gedient hat. (APA)

  • Sarhane Ben Abdelmajid Fakhet
    foto: ho/epa/

    Sarhane Ben Abdelmajid Fakhet

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