Entminungsdienst entschärfte im Vorjahr 2.287 Kriegsrelikte

4. April 2004, 18:56
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Spezialisten werden pro Tag zu drei Einsätzen gerufen

Wien - 54.581 Kilo sprengfähiger Kriegsmunition wurden im Jahr 2003 vom Entminungsdienst des Bundeskriminalamtes (BK) geborgen und entschärft. Die Entminer gingen mehr als 1.190 Fundmeldungen nach. Das bedeute, dass pro Tag durchschnittlich drei Einsätze zu bewältigen waren, hieß es in einer Aussendung am Sonntag. Insgesamt wurden 2.287 verschiedene, hoch gefährliche Kriegsrelikte geborgen, entschärft und vernichtet. Darin waren u.a. 247 Handgranaten, 142 Panzerfäuste sowie 59 besonders gefährliche Bombenblindgänger enthalten.

191 Tauchstunden

Die Bergungen seien zum Großteil sehr kompliziert gewesen, da sie überwiegend in unwegsamen Gelände wie zum Beispiel im Hochgebirge, auf Industriebaustellen oder in Gewässern durchgeführt werden mussten. Allein bei Taucheinsätzen des BK-Entminungdienstes wurden in 191 Tauchstunden 17.840 kg an Sprengmaterial geborgen.

Dass es sich bei den Einsätzen der Entminer nicht um Routine handelt, sei im Vorjahr auf besonders schmerzliche Weise bewusst gemacht worden. Beim Versuch, am 17. Juli auf dem Gelände der Spedition Schenker in Salzburg einen besonders gefährlichen amerikanischen Blindgänger mit Langzeitzünder zu entschärfen, explodierte die 250-Kilo-Bombe. Bei dem Unglück wurden der 38-jährige Thomas Modry aus Niederösterreich und der 42-jährige Gerhard Plojhar aus Wien getötet. Ein weiterer Spezialist erlitt schwere Verletzungen.

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges hat der Entminungsdienst die schier unglaubliche Menge von 25,519.304 Kilogramm an Blindgängern geborgen, entschärft und vernichtet. Insgesamt wurde eine Fläche von mehr als 56 Quadratkilometern systematisch abgesucht und wieder zur Nutzung freigegeben. (APA)

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